Wieder muss Unterkunft für Szene gefunden werden

Trinkraum: Verein sucht neue Bleibe mit Garten

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Treff für alkoholkranke Menschen wird gut angenommen: Allerdings fehlt dem Trinkraum auf der Rückseite des Hansa-Hauses an der Kurt-Schumacher-Straße eine Außenfläche. Inzwischen ist der Anbau neu verputzt worden.

Kassel. Der Trinkraum, eine Einrichtung für alkoholkranke Menschen, wird im Herbst dieses Jahres aus dem Hansa-Haus an der Kurt-Schumacher-Straße ausziehen müssen. Dann läuft der Mietvertrag aus.

Die Unterbringung im Hansa-Haus sei von Beginn an nur als Übergangslösung gedacht gewesen, sagt Ingo Happel-Emrich, Sprecher der Stadt Kassel. Im Juli 2012 war das Pilotprojekt im Stadtteil Wesertor gestartet worden.

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Die Betreiber des Trinkraums, Bärbel und Jarno Ackermann von dem christlichen Verein „Szene direkt“, seien bereits auf der Suche nach neuen Örtlichkeiten. Sowohl die Betreiber als auch die Nutzer des Trinkraums wünschten sich einen Raum mit einer Außenfläche. Im Sommer könnten sich die alkoholkranken Menschen dann im Garten aufhalten, sagt Happel-Emrich. „Einen konkreten Standort haben die Betreiber noch nicht entdeckt, aber wir gehen davon aus, dass wir etwas finden.“

Die Stadt bewertet das Pilotprojekt positiv. Seitdem der Trinkraum eröffnet worden ist, habe sich die Situation mit der Trinkerszene auf dem Lutherplatz verbessert, sagt Happel-Emrich. Allerdings war die Trinker- und Drogenszene in den vergangenen Wochen auf den Friedrichsdplatz gezogen (wir berichteten). Von Geschäftsleuten und Passanten gab es heftige Kritik.

Der Trinkraum werde unterschiedlich genutzt, sagt Happel-Emrich. Je nach Jahreszeit und Wetterlage suchten den Raum zwischen 14 und 78 Menschen pro Tag auf.

Wenn die Betreiber einen neuen Raum gefunden haben, dann wird es einen neuen Vertrag mit der Stadt geben. Das hat der Magistrat am Montag beschlossen. Demnach bezuschusst die Stadt den Trinkraum jährlich mit 76 500 Euro. Dieser Vertrag gilt jeweils aber nur für ein Jahr. Kritiker sehen darin die Gefahr, dass sich kein Vermieter finden wird, der sich auf so kurzfristige Verträge einlässt.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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