Ab 22 Uhr kein Alkohol - Weniger Lärm

Trinkverbot in der Goetheanlage zeigt Wirkung

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Bildhaft: Schilder weisen an den Eingängen zur Goetheanlage darauf hin, dass in der Zeit von 22 bis 8 Uhr kein Alkohol getrunken werden darf.

Kassel. In der Goetheanlage scheint das seit Mai geltende Alkoholverbot von 22 bis 8 Uhr zu fruchten. Störungen und Lärm durch Betrunkene sind nicht zuletzt aufgrund der regelmäßigen Kontrollen durch Mitarbeiter des Ordnungsamts zurückgegangen.

„Die Beschwerden der Anwohner haben deutlich abgenommen“, sagt Ortsvorsteher Wolfgang Rudolph.

Ausnahmen bestätigten die Regel. Insbesondere in schönen Sommernächten sei die Goetheanlage auch von der Party-Szene wieder gut besucht gewesen.

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Den Eindruck bestätigt auch Gerhard Kahl, der an der Herkulesstraße als Hausmeister tätig ist. „Es ist deutlich ruhiger geworden.“ Nur ab und zu seien ihm zuletzt Beschwerden zu Ohren gekommen.

„Ich habe nie zu den Beschwerdeführern gehört“, sagt Anwohner Peter Zill. Stattdessen habe er sich im Frühjahr stets gefreut, wenn die ersten Parkbesucher die Wiese bevölkerten und die Anlage auch nachts belebt war. Für seinen Geschmack herrschte dort jetzt nach den „extrem häufigen“ Kontrollen des Ordnungsamts „Friedhofsruhe“. Das müsse ja auch nicht sein.

„Das ist ja ein Park, den sollen Menschen auch nutzen können“, sagt Silvia Frische. Da sie nicht zur Parkseite hin schläft, habe sie sich nie gestört gefühlt. Aus der Nachbarschaft habe sie gehört, dass es diesen Sommer ruhiger war als sonst.

Mehr über die Goetheanlage erfahren Sie im Regiowiki.

Wolfgang Rudolph sagt, viele derjenigen, die hier getrunken und in Folge randaliert haben, seien schon im Vorfeld abgezogen, als das Thema Alkoholverbot kommuniziert worden war. Eine Verlagerung des Problems im Stadtteil könne nicht festgestellt werden. „Das Alkoholverbot in der Goetheanlage ist, wie auch andere Alkoholverbotszonen, ein Erfolg“, sagt der Sprecher der Stadtverwaltung, Hans-Jürgen Schweinsberg: „Die Beschwerden haben sich erheblich reduziert.“ Aus Sicht des Ordnungsamts sei „bedauerlicherweise mit Verboten, die alle treffen, mehr zu erreichen, als mit Appellen an die Vernunft oder Rücksichtnahme Einzelner“. Die Anlage werde man auch weiterhin im Auge behalten. Allerdings könne dem Wunsch mancher nicht entsprochen werden, für die innerstädtische Naherholungsmöglichkeit völlige Geräuschlosigkeit zu schaffen, sagt Schweinsberg.

Laut Ortsvorsteher Rudolph soll das Alkoholverbot Bestandteil einer geplanten Parkordnung sein.

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