Kasseler soll traktiert worden sein

Mit Messer verletzt: Trio soll Mann 24 Stunden misshandelt haben 

Drei Kasseler haben sich vor dem Landgericht Kassel wegen mehrerer Straftaten zu verantworten, die ein 26-jähriger Mann aus Kassel Ende Mai vergangenen Jahres anzeigte.

Erpresserischer Menschenraub, schwerer Raub, gefährliche Körperverletzung und versuchte räuberische Erpressung, so lauten die Vorwürfe gegen einen 41- und einen 31-Jährigen sowie eine 25-jährige Frau aus Kassel. Der 41-Jährige steht zudem unter dem Verdacht, das Opfer vergewaltigt zu haben.

Das 26-jährige Opfer, das von allen drei Angeklagten als Drogendealer beschrieben wurde, gab laut Anklageschrift an, zwischen dem 29. und 30. Mai 2014 in der Wohnung des 31-jährigen Angeklagten zusammengeschlagen, gefesselt, über Stunden hinweg misshandelt und um sein Geld bestohlen worden zu sein. Auch die EC-Karte sei ihm abgenommen und die PIN-Nummer erpresst worden. Als man ihn nach 24 Stunden wieder gehen ließ, drohte man ihm mit dem Tod, sollte er nicht binnen zweier Stunden 2000 Euro heranschaffen. Statt das Geld zu beschaffen, wandte sich der 26-Jährige an die Polizei.

Am ersten der fünf Prozesstage entlastete der älteste Angeklagte, ein kasachischer Aussiedler mit deutschem Pass, die beiden Mitangeklagten. Das mit ihm angeklagte Pärchen, ein 31-jähriger Deutscher kasachischer Herkunft und eine 25-jährige Deutsche kirgisischer Herkunft, hätten mit der Tat nichts zu tun, betonte der 41-Jährige. „Die haben das nicht erwartet, die waren selbst schockiert“, sagte er.

Der 41-Jährige, der einen Teil der ihm zur Last gelegten Straftaten einräumte und sich selbst als drogen- und alkoholabhängig beschrieb, berichtete, dass er den 26-Jährigen drei Wochen vor der Tat kennenlernte. Er habe den 26-jährigen Drogenhändler ins Gebet genommen, weil er auch seinem Sohn Drogen verkaufte. Sein Sohn hätte den 26-Jährigen um Drogengeld geprellt und sei untergetaucht. Daraufhin habe der Drogenhändler gedroht, seiner Frau und der Familie etwas anzutun, berichtete er.

An dem Tatabend besuchte der 41-jährige Angeklagte seinen 31-jährigen Freund in dessen Wohnung an der Heinrich-Steul-Straße. Zufällig war dort auch der 26-Jährige. Ja, er habe ihn zusammengeschlagen, gefesselt, ihn mit einem Messer am Bein verletzt, ihn festgehalten und mit einem Schlagstock an dessen Gesäß manipuliert, gab der 41-Jährige zu. Geld und die EC-Karte hätte er nicht gestohlen. Von einer Vergewaltigung war bei der ersten Vernehmung vor Gericht nicht die Rede. (zal)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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