Kai Boeddinghaus, Bernd Hoppe und Horst Peter schließen sich Denkfabrik an

Ein Trio für Ypsilanti

Kai Boeddinghaus, Dr. Bernd Hoppe und Horst Peter aus Kassel gehören zu den Gründungsmitgliedern des Instituts Solidarische Moderne, das die frühere Vorsitzende der hessischen SPD, Andrea Ypsilanti, initiiert hatte. Archivfotos: Koch, Michaelis

Kassel / Berlin. Alternative Politikkonzepte soll das Institut Solidarische Moderne entwickeln. Das schwebt den Initiatoren um die frühere hessische SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti vor. Nach der Gründungsversammlung haben sich der Initiative ihren Angaben zufolge 700 Mitglieder angeschlossen.

Unter den Gründern sind auch drei in Kassel bekannte Namen: • Kai Boeddinghaus, parteiloses Mitglied in der Fraktion der Linken im Kasseler Rathaus und Geschäftsführer des Bundesverbandes für freie Kammern, • Dr. Bernd Hoppe, früherer Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Kassel-Stadt und • Horst Peter, ehemaliger SPD-Bundestagsabgeordneter.

Peter ist einer der Initiatoren. Zur Gründungsversammlung habe man mit 30 Teilnehmern gerechnet, sagte er. Es seien doppelt so viele gewesen. Aus Peters Sicht ist die Arbeit des Instituts keine Vorbereitung auf eine rot-rot-grüne Regierung, sondern auf rot-rot-grüne Politik.

Das erfolgreiche Abschneiden der hessischen SPD mit Ypsilanti an der Spitze im Jahr 2008 habe ihm gezeigt, dass man „Wahlen mit Programmen gewinnen kann“, sagt Peter. Für ihn sei das die Motivation, sich einzubringen. Er arbeite seit etwa einem Jahr an einem Comeback von Andrea Ypsilanti. Das besondere an ihrem Wahlerfolg 2008 sei die Programmatik und Glaubwürdigkeit gewesen, die sie als Person verkörpert habe. Ypsilanti war kürzlich auch Rednerin im SPD-Ortsverein Wehlheiden, als Peter für seine 50-jährige Mitgliedschaft in der Partei geehrt wurde.

Das Institut sei keine Konkurrenz zur SPD, sagt Peter. „Aber die SPD hat Schwierigkeiten, Programmatik in Politik umzusetzen.“ So habe die Partei bei der Einführung der Agenda 2010 das eigene Programm missachtet. Denkbar sei, dass das Institut eine begleitende Zeitschrift herausgibt „für Leute, die querdenken“, sagt Peter.

„Wissenschaftliche Grundlagen für eine andere Politik“ könne das Institut mit intensiven Diskussionen legen, hofft der frühere Kasseler SPD-Vorsitzende Dr. Bernd Hoppe. Behandelt werden sollten Themen der Energie-, Sozial- und Wirtschaftspolitik. „Da will ich mich konstruktiv einbringen“, sagt Hoppe, der sich unter den Gründern nicht als Gesandter seiner Partei sieht.

Gerade weil Parteipolitik nicht im Mittelpunkt steht, hat sich Kai Boeddinghaus angeschlossen. Das Institut könne eine Denkmöglichkeit sein. „Gemeinsames Nachdenken ist eine aussterbende Kunst“, sagt Boeddinghaus. „Und im politischen Raum erst recht.“ Deswegen halte er das Institut für eine spannende Idee.

Von Claas Michaelis

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