Aus Sicherheitsgründen

Wegen Trockenheit: Feuerwerke zu Zissel und Open-Air in Kassel abgesagt

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Grandioser Abschluss: In diesem Jahr wird es beim Sommernachts-Open-Air des Kasseler Staatstheaters aus Sicherheitsgründen kein Feuerwerk geben.

Kassel. Hitze und Trockenheit wirken sich auch auf Veranstaltungen in Kassel aus: Die Feuerwerke zum Zissel und anlässlich des Sommernachts-Open-Airs des Staatstheaters fallen aus.

Sicherheitsgründe waren ausschlaggebend für diese Entscheidung. Das hat die Stadt am Dienstag auf Anfrage der HNA mitgeteilt.

Von Feuerwerken gehe unter Gesichtspunkten des Brandschutzes sogar eine höhere Brandgefahr aus als von offenem Feuer zum Grillen, so Stadtsprecher Claas Michaelis. Geeignete Maßnahmen, die diese Brandgefahr reduzieren könnten, stünden derzeit nicht mehr zur Verfügung. „So ist beispielsweise eine großflächige intensive Durchfeuchtung gefährdeter Bereiche vor dem Abbrennen eines Feuerwerks aufgrund der extremen Trockenheit praktisch nicht mehr zu erreichen“, sagte Michaelis.

Deshalb habe sich die Stadt – auch vor dem Hintergrund der Erkenntnisse über den Flächenbrand am Montag in der Nähe von Baunatal – dazu entschlossen, zumindest die für die nächsten beiden Wochenenden geplanten Feuerwerke von Zissel und Open-Air ordnungsrechtlich zu untersagen.

Das Ordnungsamt stehe derzeit mit allen Veranstaltern von Feuerwerken in Kontakt. Ziel ist es, die Veranstalter davon zu überzeugen, dass sie von sich aus auf die Feuerwerke verzichten, sodass auf Verbotsverfügungen verzichtet werden kann.

Das Staatstheater, das am Samstag, 11. August, zum Abschluss des Sommernachts-Open-Air in der Karlsaue wieder ein spektakuläres Feuerwerk geplant hatte, hat bereits reagiert.

„Wir sind sehr traurig, dass wir das Feuerwerk absagen müssen, aber es wäre viel zu gefährlich“, sagt Orchestermanagerin Insa Pijanka. Die öffentliche Sicherheit, insbesondere auch die der Konzertbesucher, habe aber eindeutig Vorrang vor dem Abbrennen eines Feuerwerks.

Pijanka verspricht, dass es auch ohne Feuerwerk ein großartiges Konzert mit freiem Eintritt vor der Orangerie geben wird. Zudem versuche man, Ersatz zu finden. Derzeit prüfe man, ob man kurzfristig noch ein besonderes Lichtkonzept auf die Beine stellen könne. „Es wird etwas passieren“, so Pijanka.

Wetterkapriolen kennt die Orchestermanagerin. Im Jahr 2014 musste wegen Dauerregens über Wochen sogar das gesamte Konzert abgesagt werden.

Damals lag der Grundwasserpegel in der Karlsaue knapp unterhalb der Grasnarbe. So bildeten sich nach jedem Niederschlag Seen auf der Wiese, die nicht für die tonnenschwere Bühnentechnik und die 30 000 Besucher geeignet waren.

Von drohenden Wassermassen ist man aktuell um Welten entfernt. Das bekommt auch Nordhessens größtes Wasserfest zu spüren. Traditionell wird der Zissel am Montagabend mit einem Feuerwerk auf der Karlswiese beendet.

Auch das fällt nun in diesem Jahr ins Wasser. Allerdings nicht im wahrsten Sinne des Wortes.

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