Wasserstände an der Fulda niedrig

Trockenheit hat Kassel im Griff: Grillverbot und Entnahmestopp aus Bächen drohen

+
Nur der Mohn sorgt für Farbtupfer: Durch die anhaltende Trockenheit sind die weitläufigen Rasenflächen auf dem Friedrichsplatz zu einer gelbbraunen Grassteppe geworden.

Nach dem Dürresommer 2018 leiden heimische Gärten und öffentliche Grünflächen erneut unter anhaltender Trockenheit. Es drohen Grillverbot und ein Entnahmestopp aus Bächen.

Die Hitze hat viele Rasenflächen ausgetrocknet und braun werden lassen. Auch für die kommenden 14 Tage ist laut Wetterprognose so gut wie kein Regen in Sicht. Nach Angaben von Stadt Kassel und Wasserversorgern ist die Lage aber bisher noch nicht so kritisch, dass wie im Vorjahr die Wasserentnahme eingeschränkt oder Grillverbote in öffentlichen Parks ausgesprochen werden müssten.

In Kassel galt im vergangenem Sommer ein Grillverbot an öffentlichen Plätzen - so wie hier an der Buga, wo das Verbot oft missachtet wurde.

Dazu könnte es aber demnächst kommen, wenn die Trockenheit weiter anhält, sagte Rathaussprecher Michael Schwab. Sollte die Waldbrandgefahr eine hohe Warnstufe erreichen, werde die Stadt erneut das Grillen auf öffentlichen Flächen untersagen. Bisher liegt dieses Risiko laut Deutschem Wetterdienst für Nordhessen noch im mittleren Bereich.

Erste Anzeichen gibt es nach Angaben der Stadt dafür, dass es bald wieder untersagt werden muss, Wasser aus Kassels Bächen zu entnehmen. Vor allem Kleingärtner und Anlieger nutzen diese Möglichkeit. Neben Drusel, Ahne und Losse gibt es im Stadtgebiet weitere 62 Bäche mit insgesamt 124 Kilometern Länge. Schon jetzt sind die Wasserstände dort sehr niedrig. Die Fulda wäre von einem Entnahmeverbot ausgenommen.

Im Dauereinsatz sind derzeit Mitarbeiter des Umwelt- und Gartenamts, um Beetpflanzungen und jüngere Bäume mit Wasser zu versorgen und vor Trockenschäden zu bewahren. „Aktuell wird bereits täglich gegossen“, sagt Rathaussprecher Schwab. In jedem der drei städtischen Grünpflegebezirke seien dafür zwei Wässerungsfahrzeuge auf Tour.

Gleichwohl sei an vielen Stellen im Stadtgebiet bereits sichtbar, wie Rasenflächen und Bepflanzungen entlang der Straßen unter der anhaltenden Trockenheit leiden. Für eine Schadenprognose des öffentlichen Grüns insgesamt sei es derzeit aber noch zu früh, teilte die Stadtverwaltung mit.

Noch keine Engpässe beim Trinkwasser

Noch keine Engpässe sehen die Städtischen Werke bei der Trinkwassergewinnung. Normalerweise verbrauchen die Kasseler jeden Tag rund 33.000 Kubikmeter Wasser. Zurzeit liege der Verbrauch wetterbedingt etwas höher, man sei aber noch weit entfernt von den Spitzenwerten des vorigen Sommers, wo täglich bis zu 50.000 Kubikmeter verbraucht wurden. „Rein vorsorglich“ rufen die Werke laut Sprecherin Heidi Hamdad zum sorgsamen Umgang mit Trinkwasser auf.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.