Junge Bäume brauchen Wasser

Trockenheit und akute Waldbrandgefahr: Gartenamt mit allen Fahrzeugen im Einsatz 

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Ausgetrocknet: Dieser Graben am Wanderweg Tulpenallee im Habichtswald sollte im Frühling eigentlich Wasser führen. 

Reichlich Sonnenschein und so gut wie kein Regen: Der April taugte zwar als Stimmungsaufheller in der Coronakrise, er war bisher aber auch viel zu trocken.

Die Natur kann den für die nächsten Tage angekündigten Niederschlag dringend gebrauchen, denn in den oberen Bodenschichten gibt es kaum noch Feuchtigkeit.

Alarm geschlagen haben bereits die Landwirte. Die Äcker in der Region sind zu trocken, die Ernten gefährdet. Die warmen Temperaturen haben zudem dafür gesorgt, dass der gelbe Raps weithin sichtbar früher als eigentlich üblich blüht.

Doch nicht nur Bauern und Gartenbesitzer spüren die große Dürre, die jetzt schon im Frühjahr begonnen hat. Besonders leiden die Stadtbäume. Die haben ohnehin oft schwierige Standortbedingungen an viel befahrenen Straßen mit wenig Platz für die Wurzeln. In Kassel werden deshalb in dieser Woche die Kapazitäten zur Bewässerung hochgefahren.

Im Stadtbild wird man vermehrt die Wasserwagen des Umwelt- und Gartenamtes sehen. Wegen der Coronakrise wird dort mit Blick auf die Risikogruppen nicht in voller Personalstärke gearbeitet. Ab dieser Woche sollen trotzdem alle vorhandenen sechs Wasserwagen wieder eingesetzt werden. „Wir verdoppeln unseren Einsatz, damit insbesondere die jungen Bäume genügend Wasser bekommen“, sagt Jörg Gerhold, der für die städtischen Grünflächen verantwortlich ist.

Kühle Dusche: Klaus Gräbe vom Umwelt- und Gartenamt bewässert einen jungen Baum an der Feerenstraße in Wehlheiden. Durch den Sack wird das Wasser nach und nach abgegeben und verdunstet nicht. 

Zu den Neuanpflanzungen gehören unter anderem die Beuysbäume im Kreuzungsbereich Druseltalstraße/Eugen-Richter-Straße. Für die neuen Linden auf dem Friedrichsplatz gibt es eine automatische Bewässerung. Auch das Rasengleis auf der Wilhelmshöher Allee ist dank unterirdischer Wasserzufuhr satt grün.

Obwohl es zuletzt kaum Niederschläge gab, wird Kassel in den kommenden Wochen an vielen Stellen erheblich bunter werden. Die Wildblumenmischungen für den Straßenrand sollen bald ausgesät werden. Größere Anpflanzungen von Beeten sind aktuell nicht möglich. „Wir müssen uns darauf konzentrieren, das Pflichtprogramm zu schaffen“, sagt Gerhold.

Die Trockenheit bereitet auch der Forstverwaltung große Sorgen. „Es besteht akute Waldbrandgefahr“, sagt Theodor Arend.

Der stellvertretende Leiter des für Kassel zuständigen Forstamtes Wolfhagen berichtet von einem Zwischenfall in Kassel. Am Daspel in Harleshausen habe ein Jagdpächter eine mehrköpfige Familie mit jungen Kindern an einem Lagerfeuer angetroffen. Mit Pfadfinderromantik habe das nichts zu tun. „Offenes Feuer im Wald ist immer verboten und jetzt besonders“, sagt Arend.

Durch Sturmschäden, Trockenheit und den Borkenkäfer gebe es viel abgestorbenes Holz. Da reiche ein Funke, um einen Waldbrand anzufachen.

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