100-Kilometer-Wanderung: Trotz aller Strapazen ein Traum

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Bestens gelaunt: Barbara Seewald bei Kilometer 93.

Kassel. Gelungene Premiere der Extremwanderung des Alpenvereins: 170 Teilnehmer gingen auf die 100 Kilometer lange Strecke rund um Kassel. Nach 18 Stunden kamen die schnellsten Wanderer im Ziel an.

Wer es bis hierher schafft, kommt auch ins Ziel. Bei Kilometer 93, am Kaskaden-Restaurant, dem letzten Verpflegungspunkt, holt Tanja Wurmbach-Berger noch mal tief Luft. Setzen will sie sich nicht. „Dann komme ich nicht mehr hoch“, sagt die 42-Jährige aus Niestetal. Vor 20 Stunden ist sie mit anfangs 170 Extremwanderern losgelaufen. In der Nacht, als die Wanderer mit Stirnlampen unterwegs waren, sind einige ausgestiegen. Tanja Wurmbach-Berger hat für diese Strapaze trainiert, und sie ist besonders motiviert. Durch die Unterstützung von Sponsoren hat sie bereits Zusagen über 637 Euro. Das Geld ist für die Renovierung der Orgel an der Albert-Schweitzer-Schule bestimmt. „Die letzte Etappe schaffe ich jetzt auch noch und freue mich über weitere Spenden“, sagt die Physiotherapeutin.

Sie hat sich die Kräfte gut eingeteilt. „Das gilt nicht für alle Teilnehmer“, sagt Ina Kraus vom Alpenverein, die zusammen mit Klaus Kwaschnek das Organisationsteam leitete. Manche hätte das anspruchsvolle Streckenprofil mit zahlreichen Höhenmetern unterschätzt oder seien zu schnell unterwegs gewesen. Für eine Extremwanderung sei es normal, dass etwa 30 bis 40 Prozent der Teilnehmer nicht ins Ziel kommen. „Das ist mir auch schon passiert“, sagt Ina Kraus, die sogar schon einmal 156 Kilometer am Stück gewandert ist.

Herkules 100 haben die Organisatoren vom Alpenverein die große Runde um Kassel genannt. Es könnte gut sein, dass sich dieser Name in der Szene schnell herumspricht. Es gab jedenfalls Lob von allen Seiten.

Die Etappen auf dem Kassel-Steig durch den Habichtswald, entlang der Fulda sowie der Dörnberg mit seiner tollen Aussicht und der Bergpark Wilhelmshöhe seien landschaftlich herausragend, die Organisation super und die Verpflegung „wie bei Muttern“.

Werbung für Wanderregion

Der Aufwand hat sich gelohnt. „Wir wollten den Teilnehmern zeigen, wie schön unsere Region zum Wandern ist. Ich denke, das ist gelungen“, sagt Ina Kraus. Nach 18 Stunden kamen die schnellsten Wanderer an. Arnulf Wigand vom Kasseler Alpenverein, Kai Holstein (LG Kaufungen) und Martine Vallin-Lange gingen nach 100 Kilometern Hand in Hand als gemeinsame Erste durchs Ziel. Sieger waren sowieso alle, die angekommen sind.

Von Thomas Siemon

Fotos: Start der Extremwanderung Herkules 100

Start der Extremwanderung Herkules 100

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