Kontrolleure stellen Mängel fest

Corona-Testcenter in Kassel muss schließen – Betreiberin ist „fassungslos“

Angela Müller-Rebstein von der Landgraf-Karl-Apotheke in Kassel vor ihrem Testcenter am Bahnhof Wilhelmshöhe.
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Ist fassungslos über die angeordnete Schließung: Angela Müller-Rebstein von der Landgraf-Karl-Apotheke vor ihrem Testcenter am Bahnhof Wilhelmshöhe.

Das Gesundheitsamt schließt das einzige Corona-Testcenter in Kassel-Wilhelmshöhe. Die Betreiberin findet die Schließung unverhältnismäßig.

Kassel – Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen immer weiter: Ausgerechnet jetzt hat das Gesundheitsamt das letzte Testcenter in Wilhelmshöhe geschlossen. Die Betreiberin ist fassungslos.

Dutzende Menschen standen gestern im Lauf des Tages vor dem Corona-Testcenter neben dem Bahnhof Wilhelmshöhe und lasen drei handbeschriebene Zettel, die an der verschlossenen Tür klebten: „Heute kein Testen möglich. Es tut uns leid!“

Bei einer Kontrolle hatten Mitarbeiter des Gesundheitsamts am Montag „in mehreren Bereichen hygienische Mängel festgestellt“, wie eine Stadtsprecherin auf Anfrage mitteilt. Daraufhin ordneten sie die vorläufige Schließung an. In ganz Wilhelmshöhe gibt es nun keine Möglichkeit mehr, sich testen zu lassen.

Corona-Testcenter in Kassel geschlossen: Betreiberin findet Schließung „unverhältnismäßig“

Betreiberin Angela Müller-Rebstein ist „fassungslos“ über die Schließung, wie sie sagt. Die Apothekerin führt nebenan die Landgraf-Karl-Apotheke, hatte das Testcenter Anfang des Jahres eröffnet und auch dann weiter betrieben, als die Politik die kostenlosen Corona-Schnelltests zwischenzeitlich abschaffte, weshalb viele Mitbewerber aufgaben, weil es sich nicht mehr lohnte.

Müller-Rebstein sagte sich damals: „Wenn Testcenter schließen, widerspricht das den Anforderungen einer Pandemie.“ Sie versichert, dass man „ein richtig gutes Konzept habe“. Sie findet die Schließung „unverhältnismäßig“.

Zu den genauen Gründen, weshalb das Testcenter vorläufig zumachen muss, äußerte sich weder das Gesundheitsamt noch das Regierungspräsidium, das an der Kontrolle beteiligt war. Laut der Stadt hat es in der Vergangenheit nie Beanstandungen bei dem Testcenter gegeben.

Corona-Testcenter in Kassel-Wilhelmshöhe bietet Schnelltests und PCR-Tests an

Laut Müller-Rebstein soll unter anderem beanstandet worden sein, dass die Flasche mit Desinfektionsmittel keinen Pumpsprühaufsatz hatte. Mitarbeiter versichern, dass der Nasenabstrich so ausgeführt wurde, wie er vorgeschrieben ist.

Besonders ärgerlich findet Müller-Rebstein die Schließung, da sie erst am Samstag ein PCR-Testgerät in Betrieb genommen hat. Das Gerät hatte sie für einen vierstelligen Betrag angeschafft. Es soll Labore entlasten, die längst am Limit arbeiten, weshalb die Wartezeiten auf die Ergebnisse lang sind.

Laut dem Gesundheitsamt kann das Testcenter wieder aufmachen, „wenn die festgestellten Mängel beseitigt wurden“. Das Regierungspräsidium erklärt, dass „ein schriftlicher Bescheid in Kürze den Betreibern zugestellt wird“. Müller-Rebstein versichert mehrmals, dass sie keinen Streit mit den Behörden will: „Wir möchten einfach wieder aufmachen.“ (Matthias Lohr)

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