Fachkräftemangel obwohl es gute Aufstiegschancen gibt

Trotz guter Bezahlung: Bauwirtschaft leidet unter fehlendem Nachwuchs

Die Bauwirtschaft in der Region hat so gut zu tun wie lange nicht. Der Bedarf ist angesichts des Wohnraummangels und des Investitionsstaus bei Straßen, Kanälen und öffentlichen Gebäuden riesig.

Und Geld ist genug da – sowohl in den öffentlichen als in den Kassen privater Investoren. Damit eröffnen sich der Branche glänzende Perspektiven.

Aber es gibt auch starke Wachstumsbremsen. Zum einen ist das Planungsrecht viel zu kompliziert und langwierig, zum anderen mangelt es gerade in staatlichen Bauämtern an Kapazitäten, wodurch dringende Projekte auf die lange Bank geschoben werden. Zudem plagt die Branche ein gravierender Nachwuchsmangel.

„Es ist unheimlich schwer, junge Menschen für uns zu gewinnen“, klagt die Vorsitzende des Bezirks Nordhessen des Bauindustrieverbands Hessen-Thüringen, Dr. Anne Fenge. Das liege auch daran, dass der Bau nach wie vor als „schmutzige Branche“ gelte. „Dabei sind wir innovativ, kreativ und abwechslunsgreich“, erklärt die Chefin des Kasseler Bauunternehmens Hermanns mit Hinweis auf den flächendeckenden Einsatz digitaler Technik, GPS sowie modernster Maschinen und hervorragenden Aufstiegsmöglichkeiten.

Gleichzeitig verweist sie auf die gute Bezahzung bereits in der Lehre, die zwischen 900 Euro im ersten und 1500 Euro im vierten Jahr liegt. Ihr seien bereits Fälle bekannt, bei denen Aufträge wegen Personalmangels abgelehnt worden seien, sagt die Unternehmerin.

Der Vorsitzende des Verbands baugewerblicher Unternehmen, Thilko Gerke, bestätigt den Fachkräftemangel. Zwar sei die Zahl der Ausbildungsverträge in diesem Jahr um 15 Prozent gestiegen. Aber das Jahr 2016 sei historisch schlecht gewesen. Erschwerend hinzu komme, dass die Zahl der Abbrecher stark gestiegen sei. „Es klemmt an allen Ecken und Enden“, sagt er.

Das Baugewerbe beschäftigt in Nordhessen etwa 15.000 Mitarbeiter.

Rubriklistenbild: © dpa

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