Neues Projekt für Alleinerziehende in der Kasseler Region ist schon fast ausgebucht

Trotz Kind leicht in den Job

Erhält Schützenhilfe für Berufseinstieg: Gitte Goodman würde am liebsten in der Gastronomie arbeiten.

Kassel. Gitte Goodman würde gern arbeiten, am liebsten in der Gastronomie oder einer Küche. „Ich möchte gern auf eigenen Füßen stehen“, sagt die 34-jährige Kasselerin, die auf Sozialleistungen angewiesen ist.

Doch für die junge Frau gibt es ein Hindernis auf dem Weg ins Arbeitsleben: Sie zieht drei Kinder groß. Das jüngste ist erst vier Jahre alt. Nachmittags habe sie niemanden, der auf ihren Sohn aufpasse. „Ich bin ganz allein auf mich angewiesen“, sagt sie.

Hoffnung auf einen Job

Seit einigen Wochen hat Goodman wieder Hoffnung. Denn sie wird nun bei der Jobsuche vom Team des Netzwerk-Projekts AKfa unterstützt. Hinter der Abkürzung verbirgt sich ein bundesweites Programm zur Eingliederung von alleinerziehenden Müttern und Vätern ins Berufsleben: Sie erhalten Orientierung, ein individuelles Bewerbungstraining und Hilfe bei der Suche nach einem Praktikum, einer Ausbildungsstelle oder einem Arbeitsplatz. Die Betreuung ihrer Kinder wird im Rahmen des Projekts bei Bedarf sogar an den Wochenenden organisiert.

Freie Plätze sind begehrt

Der erste Durchgang des Projekts ist schon fast ausgebucht. Nur ein Platz ist noch frei. Unter der Regie der Ausbildungsgesellschaft Buntstift treffen sich die 49 Teilnehmer, darunter zwei junge Väter, zu Gruppenstunden und Einzelberatungen in den Räumen von AKfa in der Kaufburg. Die Kinder können sie mitbringen. Einen ersten Erfolg gibt es schon: Einer Teilnehmerin, gelernte Werbegestalterin, konnte ein Praktikumsplatz vermittelt werden.

Kassel braucht dringend ein passgenaues Angebot für alleinerziehende Jobsuchende: Mehr als 2000 von ihnen leben in der Fuldastadt.

Knapp die Hälfte der Alleinerzieherhaushalte ist nach den Worten von Stadträtin Anne Janz (Grüne) auf Sozialleistungen angewiesen, das ist mehr als doppelt so häufig wie bei Elternpaar-Haushalten.

Es gebe noch zu viele Lücken im Unterstützungsnetz für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sagt Janz. Sie hofft, dass das Projekt auch für die Agentur für Arbeit dauerhafte Erkenntnisse bringt, wie Alleinerziehende schneller in die Arbeitswelt eingegliedert werden können. (pdi)

AKfa, Bürgermeister-Brunner-Straße 19, Info und Kontakt Telefon: 05 61/8 16 44 67 oder 8 16 44 41, www.buntstift-kassel.de

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