Trotz offener Stellen

1500 Bewerber sind in Stadt und Landkreis Kassel ohne Ausbildungsplatz

Kassel. Betriebe und Unternehmen aus Stadt und Landkreis Kassel suchen derzeit händeringend nach Bewerbern für ihre Ausbildungsplätze. Das teilte Silke Sennhenn, Sprecherin der Arbeitsagentur Kassel, jetzt mit. Gleichzeitig gibt es jedoch viele Bewerber, die keine Stelle haben.

Im August startet das neue Ausbildungsjahr: 568 Stellen sind laut Sennhenn derzeit in Kassel noch offen. Im Landkreis sind es 583 Stellen. Demgegenüber stehen aktuell in Kassel 791 Bewerber, die noch eine Ausbildung suchen. Im Landkreis sind es 716.

Aber: Nicht jeder offene Platz entspreche auch dem Interesse und den Fähigkeiten der Bewerber, sagte Sennhenn. Deshalb gebe es trotz der gut 1500 unversorgten Bewerber noch über 1150 freie Stellen.

Hintergrund: Lage laut IHK „Gravierender als in Vorjahren“

Auch die Industrie- und Handelskammer Kassel-Marburg (IHK) bestätigt, dass in diesem Jahr noch viele Betriebe passende Bewerber suchen. Es mache sich der geburtenschwache Jahrgang bemerkbar, sagte Walter Ruß, stellvertretender Bereichsleiter der Aus- und Weiterbildung der IHK. „Es ist gravierender als in den Vorjahren, die Betriebe suchen sehr stark nach passenden Auszubildenden“, sagte Ruß.

• In einer Serie „Azubi in Kassel“, die in loser Folge auf unserem Liveticker www.kassel-live.de und in der gedruckten Ausgabe zu finden ist, stellen wir in den kommenden Wochen Auszubildende und ihre Arbeit vor.

Laut Arbeitsagentur macht sich der Mangel an passenden Bewerbern in diesem Jahr stärker bemerkbar als in den Vorjahren. Im vergangenen Jahr waren zum selben Zeitpunkt in der Stadt noch 519 Stellen unbesetzt, 735 Personen waren ohne Ausbildungsplatz.

Dass es schwierig für Betriebe sei, Personal zu finden, sieht auch Barbara Scholz, Sprecherin der Handwerkskammer, so. Der Mangel werde von Jahr zu Jahr größer. Abzulesen sei das an den vielen offenen Stellen im Handwerk, die normalerweise begehrt seien. Gesucht werde insbesondere bei Maurern, Lackierern, Elektronikern, Dachdeckern und Kfz-Mechatronikern, sagte Scholz.

Laut Statistiken der Arbeitsagentur sind bei den Bewerbern insbesondere Berufe wie Kaufmann im Einzelhandel, Industriemechaniker und Ausbildungen im medizinischen Bereich begehrt. Während einige Bewerber am Ende der Bewerbungszeit bereits über mehr als einen Ausbildungsvertrag verfügen, haben andere Schulabgänger keinen Job in Aussicht, berichtete Sennhenn. Deshalb appelliere die Arbeitsagentur an die Jugendlichen mit mehreren Angeboten, sich rasch für eine Lehrstelle zu entscheiden.

Von Max Holscher

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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