Universität bietet Hilfe bei Sanierung der Schleuse an

Trotz unklarer Zukunft der Kasseler Schleuse: Bund kümmert sich um Fulda

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Die Stadtschleuse aus der Luft: Das über 100 Jahre alte Bauwerk geht ab November außer Betrieb und muss saniert oder erneuert werden.

Kassel. Die obere Fulda im Gebiet der Stadt Kassel wird als Teil der Bundeswasserstraßen weiter vom Bund unterhalten.

Das sagte jetzt die Leiterin des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) Hann. Münden, Kathrin Urbitsch, auf Anfrage. Daran ändere sich nichts, auch wenn die Stadt Kassel jetzt die Kasseler Schleuse kaufen wolle.

Falls es beispielsweise nach einem Hochwasser erforderlich sei, die Fahrrinne auszubaggern, werde das vom WSA übernommen. Zur Not, wenn die Schleuse aufgrund von Sanierung oder Neubau ab Oktober dieses Jahres vorübergehend geschlossen sei und kein Arbeitsschiff die Staustufe überwinden kann, könnte man dazu Arbeitsplattform und Bagger per Kran über die Kaimauer einsetzen, erläutert die Amtsleiterin. Dies sei jedoch nicht häufig erforderlich, da das Wehr vom Wasser unterströmt werden könne und so auch Sediment aus dem Oberwasser mitgerissen werde. Deshalb seien die Anlandungen oberhalb der Schleuse eher gering.

Anders sehe es unterhalb der Schleuse aus. Hier lagere sich regelmäßig Material ab. Urbitsch: „Hier müssen wir einmal im Jahr Kies ausbaggern, weil jährlich mindestens ein Hochwasser drübergeht.“ In wessen Zuständigkeit das Ausbaggern an der Schleuse künftig fällt, sei noch nicht besprochen, sagte sie.

Die Wehranlage neben der Schleuse soll Eigentum des Bundes bleiben. Die über 100 Jahre alte Schleuse will die Stadt kaufen und künftig unterhalten. Die Kosten für die nötige Sanierung beziehungsweise einen eventuellen Neubau will der Bund zur Hälfte übernehmen, die restliche Hälfte soll zwischen Stadt und Land aufgeteilt werden. Das sagte Stadtkämmerer Geselle nach Gesprächen mit dem Bundesverkehrsministerium und dem Land Hessen (wir berichteten).

Professor Dr. Stephan Theobald, Leiter des Fachgebiets Wasserbau und Wasserwirtschaft an der Universität Kassel, freut sich über diese guten Nachrichten. „Jetzt sollte man es auch richtig und ordentlich machen“, empfiehlt der Experte, der auch an der Sanierung des Panamakanals beteiligt war. „Wenn die Uni einen Beitrag leisten kann, stehen wir mit unserem Know-how zur Verfügung“, bietet er an. Bereits im Jahr 2013 gab es Überlegungen, im Rahmen eines Forschungsprojekts bei der Sanierung der Schleuse einzusteigen. Unter anderem mithilfe ultrafesten Betons könnte die Uni dazu beitragen, dass die Schleuse noch einmal 100 Jahre hält und die Wasserstraße für Transporte, Wassersport, Tourismus und Freizeit erhalten bleibt.

So funktioniert die Kasseler Schleuse

So funktioniert die Kasseler Schleuse
Das mögliche Ende der Kasseler Schleuse im Jahr 2016 hat für große Aufregung gesorgt. © Koch/HNA
So funktioniert die Kasseler Schleuse
Die dramatischen Konsequenzen haben viele überrascht - und manch einer mag sich fragen: Wie funktioniert eine Schleuse? Wozu ist sie überhaupt da? © Koch/HNA
So funktioniert die Kasseler Schleuse
Eine Schleuse ist dazu da, damit ein für die Schifffahrt aufgestauter Fluss von Booten befahren werden kann. © Koch/HNA
So funktioniert die Kasseler Schleuse
Ohne Staustufen würde sich die Fulda durch das große Gefälle von der Quelle bis zur Weser in einen ziemlich reißenden Fluss verwandeln. Um den Fluss zu verlangsamen und schiffbar zu machen, wurden Staustufen gebaut. © Koch/HNA
So funktioniert die Kasseler Schleuse
Die können Schiffe aber nur durch Schleusen passieren, die den Höhenunterschied überwinden. © Koch/HNA
So funktioniert die Kasseler Schleuse
Das funktioniert so: Nehmen wir an, wir fahren mit einem Boot von Kassel nach Hann. Münden. Die Kasseler Schleuse ist mit Wasser gefüllt. © Koch/HNA
So funktioniert die Kasseler Schleuse
Das Tor ist offen, die Ampel vor der Schleusenkammer steht auf Grün - wir dürfen also einfahren. © Koch/HNA
So funktioniert die Kasseler Schleuse
Ist das Boot in der Schleuse festgemacht, schließt der Schleusenwärter das Tor, durch das wir eingefahren sind. Das Tor am anderen Ende ist zu. © Koch/HNA
So funktioniert die Kasseler Schleuse
Dann beginnt der Schleusenwärter das Wasser in der Schleuse abzulassen - schließlich müssen wir auf das Wasserniveau kommen, das vor der Schleuse Richtung Hann. Münden herrscht. © Koch/HNA
So funktioniert die Kasseler Schleuse
Der Schleusenwärter setzt per Knopfdruck also einen Elektromotor in Gang, der sogenannte Schütze oder Schieber öffnet. © Koch/HNA
So funktioniert die Kasseler Schleuse
Das Wasser aus der Schleuse strömt durch Öffnung hinaus, wir schweben sozusagen mit unserem Boot auf dem Wasser in die Tiefe. © Koch/HNA
So funktioniert die Kasseler Schleuse
Hat das Wasser in der Schleuse das Höhenniveau des Wassers der Fulda Richtung Münden erreicht, öffnet der Schleusenwärter wieder per Knopfdruck das Tor. © Koch/HNA
So funktioniert die Kasseler Schleuse
Wir können hinaus. In umgekehrter Richtung funktioniert es ähnlich. © Koch/HNA
So funktioniert die Kasseler Schleuse
Genau 2,80 Meter Höhenunterschied werden so durch die Kasseler Schleuse überwunden. Weiter flussabwärts in Wahnhausen sind es über acht Meter. © Koch/HNA
So funktioniert die Kasseler Schleuse
Eine Schleusung dauert in Kassel etwa zehn Minuten. © Koch/HNA
So funktioniert die Kasseler Schleuse
Wie rege die Schleuse benutzt wird, zeigen Zahlen aus dem letzten Jahr: Bei 3378 Schleusungen wurden 5079 Kleinboote gezählt, die die Schleuse passierten. Dazu kamen 800 Fahrten der Ausflugsdampfer. © Koch/HNA
So funktioniert die Kasseler Schleuse
Freizeitkapitäne müssen dabei immer die Berufsschifffahrt, also die Ausflugsdampfer, vorlassen. © Koch/HNA

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