Trotz erwiesener Unschuld: Lehrer bekommt Job nicht einfach zurück

Wiesbaden/Kassel. Auch nach seiner inzwischen erwiesenen und rechtskräftigen Unschuld kommt ein in Hessen wegen Vergewaltigung zunächst verurteilter Lehrer nicht automatisch in den Job zurück. Der frühere Biologielehrer müsse sich erneut bewerben.

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Das teilte das Kultusministerium am Mittwoch in Wiesbaden mit. Das Landgericht Darmstadt hatte ihn 2002 wegen der Vergewaltigung einer Kollegin in Reichelsheim in Südhessen zu fünf Jahren Haft verurteilt. Dem angestellten Lehrer wurde gekündigt.

Im Sommer 2011 wurde der damals 52-Jährige in einem neuen Verfahren vom Landgericht Kassel freigesprochen. Die Haft hat er komplett abgesessen. Er verlangt nun Entschädigung vom Land Hessen. Der Mann aus dem saarländischen Völklingen lebt heute nach Angaben seines Anwalts von Hartz IV.

 „Seine Eignung für die Unterrichtung von Kindern und Jugendlichen muss wie bei jeder Einstellung in den hessischen Schuldienst geprüft werden“, heißt es in der Mitteilung. Das Urteil aus dem vergangenen Jahr ist inzwischen rechtskräftig. Der Bundesgerichtshof (BGH) verwarf die Revision des angeblichen Opfers. (dpa)

Archivvideo: Freispruch nach fünf Jahren unschuldig im Gefängnis

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