Anleinpflicht auf 36 Flächen in Kassel

Trotz Verbots: Frei laufende Hunde in Grünanlagen keine Seltenheit

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Trotz geltender Anleinpflicht ein gewohntes Bild in vielen Kasseler Grünanlagen: frei laufende Hunde – wie dieser Dackel vor der chinesischen Pagode im Bergpark Wilhelmshöhe.

Kassel. Ob im Bergpark Wilhelmshöhe, in der Karlsaue oder auf dem Friedrichsplatz: Frei laufende Hunde sind in Kasseler Park- und Grünanlagen ein alltägliches Bild.

Frauchen und Herrchen haben keine Lust auf die Leine, obwohl ihre Vierbeiner nach der Hundeverordnung der Stadt und der Parkordnung der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) an eben diese genommen werden müssen.

Die Anleinpflicht für Hunde gilt bereits auf 36 Flächen in Kassel. Mit Beschluss der Stadtverordneten am Montag werden aller Voraussicht nach die Grünanlagen Finkenherd und Bleichwiesen an der Fulda (Stadtteil Wesertor) hinzukommen. Ob die Anleinpflicht aber überhaupt etwas bringt, da gehen die Meinungen auseinander, belegen allein die zahlreichen Kommentare auf den HNA-Bericht zur geplanten Ausweitung der Verbotsflächen. Angesichts vieler frei laufender Hunde in bekannter Maßen anleinpflichtigen Grünanlagen werfen sie zum Beispiel die Fragen auf , was Verordnungen bringen, wenn deren Einhaltung nicht ausreichend kontrolliert und Verstöße nicht sanktionert werden.

Bußgelder bis 100 Euro

„Verstöße gegen die Anleinpflicht werden in städtischen Anlagen entweder von Ordnungspolizeibeamten des Ordnungsamtes oder von Mitarbeitern des Umwelt- und Gartenamtes überwacht“, erklärte Ingo Happel-Emrich als Sprecher der Stadt Kassel. Bußgelder seien bei Verstößen in einer Höhe von zwischen 60 und 100 Euro verhängt worden. Im vergangenen Jahr nahm die Stadt nach Happel-Emrichs Angaben von insgesamt 1749 Euro von Hundebesitzern ein, die sich nicht an die Anleinpflicht gehalten hatten. Umgerechnet auf die Höhe der verhängten Bußgelder kommt man damit auf nicht einmal 30 geahndete Verstöße pro Jahr.

„In der Regel gehen Meldungen von Betroffenen telefonisch oder schriftlich beim Ordnungsamt ein und werden dann verfolgt“, sagte Happel-Emrich. Die Möglichkeit, Verstöße gegen die Anleinpflicht online zu melden (auf www.serviceportal-kassel.de) werde praktisch nicht genutzt. 2014 seien insgesamt 17 „Privatanzeigen“ eingegangen und verfolgt worden.

Anleinpflicht für Hunde im Kasseler Stadtgebiet

In Karlsaue und Bergpark Wilhelmshöhe kontrolliert die Stadt nicht. Die Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) hat eine eigene Parkordnung und überwacht die Einhaltung selbst (siehe Hintergrund). Die Anleinpflicht für Hunde besteht in den Liegenschaften des Landes seit vielen Jahren, berichtete MHK-Sprecherin Sabina Köhler. „Leider gibt es immer wieder Hundebesitzer, die sich nicht an diese Regel halten.“ Für finanzielle Strafen oder andere Sanktionen bestehe aber keine Rechtsgrundlage, betonte Köhler. „Unsere Mitarbeiter in der Parkaufsicht haben keinerlei polizeiliche Gewalt, sondern die Kolleginnen und Kollegen können nur an die Einsicht und das Verantwortungsgefühl dieser Personen appellieren.“ Natürlich könnten Besucher, die sich bedroht oder stark gefährdet fühlen, die Polizei rufen.

Lesen Sie dazu auch: Auch im Wesertor sollen Hunde an die Leine

Wenn Sie mit der Maus auf diese Grafik gehen, können Sie die Gebiete mit Anleinpflicht sehen.

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