„Ergebnis war ein Stück weit absehbar“

Trotz Wahlpleite: Kasseler CDU und Kandidat Michael Aufenanger nicht unzufrieden

(von links) Sarah und ihr Mann, Direktkandidat Michael Aufenanger, Maximilian Schäfer (Junge Union), Eva Kühne-Hörmann (Kasseler Parteivorsitzende) und Michael von Rüden (Fraktionschef)
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Konnten auch Sonntagabend lachen: (von links) Sarah und ihr Mann, Direktkandidat Michael Aufenanger, Maximilian Schäfer (Junge Union), Eva Kühne-Hörmann (Kasseler Parteivorsitzende) und Michael von Rüden (Fraktionschef) in der Geschäftsstelle der CDU in Oberzwehren.

Kurz nach 18 Uhr haben einige Christdemokraten in der CDU-Geschäftsstelle in Kassel-Oberzwehren das Gefühl, den falschen TV-Sender eingeschaltet zu haben.

Kassel – Laut der ersten Hochrechnung der Forschungsgruppe Wahlen im ZDF zur Bundestagswahl 2021 liegt ihre Partei hinter der SPD. Ein Besucher der Wahl-Party schlägt vor, aufs Erste umzuschalten. Dort sieht Infratest Dimap die beiden Parteien immerhin gleichauf.

Aber egal ob ARD oder ZDF – die Union hat das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte eingefahren (hier gibt es alle Ergebnisse im Wahlkreis 168). Angesichts dieser Tatsache ist die Stimmung in der Heinrich-Plett-Straße gar nicht so mies. Natürlich jubelt niemand, aber Michael von Rüden, Fraktionschef im Rathaus, erinnert daran, dass seine Partei in den Umfragen vor Kurzem noch weit hinter den Sozialdemokraten lag.

Auch Direktkandidat Michael Aufenanger sagt: „Man hofft immer, dass es eine Überraschung gibt, aber das Ergebnis war ein Stück weit absehbar.“ Mit 20,3 Prozent der Erststimmen landet der ehemalige Ahnataler Bürgermeister deutlich hinter Timon Gremmels (SPD), aber noch vor Boris Mijatovic (Grüne). „Zufriedenstellend“ findet Aufenanger, dass er als Direktkandidat besser abgeschnitten hat als das Zweitstimmenergebnis seiner Partei im Wahlkreis (17,4).

Bundestagswahl: „Kassel ist traditionell nicht einfach für uns“

Auch die Parteivorsitzende Eva Kühne-Hörmann klingt nicht wie eine Wahlverliererin. „Kassel ist traditionell nicht einfach für uns“, sagt die hessische Justizministerin, „aber Michael hat das super gemacht. Alle fanden, dass er super sympathisch und kompetent ist.“

Kühne-Hörmann lobt auch Armin Laschet. Der Mann, der das historisch schlechte Ergebnis eingefahren hat, sei der richtige Kandidat gewesen und habe Durchhaltevermögen bewiesen. Und sie formuliert einen Führungsanspruch: „Wir wollen Erster werden, aber auch als zweitstärkste Kraft kann man eine Koalition anführen.“

Maximilian Schäfer (Junge Union) ahnt derweil, dass sich die Verhandlungen einer möglichen Dreierkoalition lang ziehen können: „Es kann sein, dass Merkel noch die Neujahrsansprache macht.“ (Matthias Lohr)

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