Beleuchtung immer noch nicht komplett

Nach Einbruch der Dunkelheit herrscht trübe Stimmung am Friedrichsplatz in Kassel

Die Sanierung und Neugestaltung der Königsstraße ist auch am Friedrichsplatz längst abgeschlossen. Doch immer noch fehlt die komplette Beleuchtung. Ein Ärgernis, nicht nur für die Städtischen Werke.

Kassel ‒ Viel los ist in der Kasseler Innenstadt schon tagsüber nicht. Wegen Corona gibt es nur ein sehr eingeschränktes Angebot, das bald womöglich weiter reduziert werden muss. Nach Einbruch der Dunkelheit wird es dann auf der zentralen Einkaufsmeile Königsstraße noch leerer. Aber es liegt nicht nur an den fehlenden Menschen, dass der neu gestaltete Friedrichsplatz weniger als möglich im Rampenlicht steht.

Denn dort im Übergang zur Königsstraße war eigentlich eine attraktive Beleuchtung vorgesehen, die bis heute nicht komplett ist. Und das neun Monate nach dem eigentlich vereinbarten Liefertermin.

„Das ist ein großes Ärgernis“, sagt Ingo Pijanka, der Sprecher der Städtischen Werke. Weil die zwar für die Energieversorgung in der Stadt zuständig sind, aber nicht als Experten für außergewöhnliche Leuchtelemente gelten, haben sie den Auftrag vergeben. An eine Fachfirma, deren Namen Pijanka nicht nennen will. Eine Firma, die mit der Begründung, dass man mehrere Krankheitsfälle wegen Corona habe, den ersten Liefertermin verstreichen ließ. Die dann ein Leuchtelement auf dem Friedrichsplatz installierte, das aber nicht wie gewünscht funktioniert. Die LED-Lampen sollten in unterschiedlichen Farben für attraktive Effekte sorgen. Machten sie aber nicht. Jedenfalls nicht so wie sich das der Auftraggeber vorstellt.

Seit Monaten habe man immer wieder nachgefragt, aber keine zufriedenstellende Antwort bekommen, sagt Pijanka. Zuletzt sei man gar nicht mehr zu der Firma durchgedrungen.

Kopflos: Seit mehreren Monaten steht der Unterbau für die neuen Leuchtelemente am Friedrichsplatz (Bildmitte) nutzlos herum. Die beauftragte Firma hat bislang nicht geliefert.

Nur noch mal zur Erinnerung: Die Lichtelemente sind eigentlich der Abschluss eines der größten Bauprojekte der vergangenen Jahre in der Kasseler Innenstadt. Zwölf Millionen Euro hat es gekostet, die Schienen für die Straßenbahn auszutauschen, einheitliches Pflaster zu verlegen und auch den Übergang zum Friedrichsplatz attraktiver zu gestalten. Die neuen Lampen über der Königsstraße hängen längst.

Mit großem Aufwand wurden am Friedrichsplatz Bäume gepflanzt, die unterirdisch bewässert werden und hoffentlich dort sehr lange stehen und wachsen können. Am Rand des Friedrichsplatzes stehen jedenfalls 31 neu gepflanzte Linden, die bereits einige Jahre alt sind und schon eine ordentliche Krone haben. Damit dieser Baumhain, der nach historischem Vorbild etwas dichter als die Vorgängerbäume an die Königsstraße gepflanzt wurde, auch abends gut aussieht, sollte er entsprechend beleuchtet werden. Die Bodenstrahler sind schon eine Weile eingebaut. Die übrigen Leuchtelemente in diesem Bereich fehlen allerdings noch.

Wie lange noch, das kann im Moment niemand so genau sagen. Im nächsten Schritt werde man der Lieferfirma eine Frist setzen. Sollte das auch nichts helfen, dann müsse man einen anderen Anbieter finden, sagt Ingo Pijanka. So lange wird es nur spärlich leuchten am Friedrichsplatz. (Thomas Siemon)

Rubriklistenbild: © Thomas Siemon

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