Gehölzpflegearbeiten

"Trümmerfeld hinterlassen": Bäume im Kasseler Park Schönfeld mussten weichen

Sieht noch etwas wild aus: Die Bereiche im Park Schönfeld, wo Pappeln und Weiden gefällt worden sind.

Wehlheiden. 17 Pappeln und sieben Weiden wurden kürzlich im Bereich des Bachs im Park Schönfeld gefällt. Kassel-Wasser, das von der Stadt als Dienstleister mit der Überwachung und Instandhaltung solcher Gewässer beauftragt worden ist, hatte die Fällung veranlasst.

Die Gehölzpflegearbeiten seien dringend notwendig gewesen, weil ansonsten die Möglichkeit bestanden habe, dass in diesem Bereich des Parks Schönfeld morsche Äste oder ganze Bäume auf spielende Kinder sowie auf Passanten oder Anwohner fallen könnten, begründete Karsten Köhler, Sprecher von Kassel-Wasser, den Auftrag.

Karl Gust-Stiehl aus Kassel, der oft im Park Schönfeld unterwegs ist, bewertet das Ergebnis anders. Der Holzeinschlag im Park erscheine dem Betrachter als völlig unangebrachte Holz-Ernte statt als notwendige Pflegemaßnahme.

„Trümmerfeld hinterlassen“

Dort sei ein kleines Refugium an Wildnis, das sich über die Jahre als Ergänzung zur Parklandschaft gebildet habe, rücksichtslos gerodet und ein „Trümmerfeld“ hinterlassen worden. Überall würden mit großem Aufwand Renaturierungsmaßnahmen initiiert, hier sei jetzt das vorhandene Potenzial zerstört worden, kritisiert Gust-Stiehl. „Hätte da nicht die Naturschutzbehörde Einspruch erheben müssen?“

Nach Angaben von Kassel-Wasser-Sprecher Köhler seien die Bäume in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde durch eine Fachfirma gefällt worden. Es habe sich im Wesentlichen um zusammengebrochene Pappel- und Weidenbestände gehandelt, die gefällt wurden, um mögliche Gefahren durch abrechnende Äste sowie Totholz vorzubeugen. Winterliche Stürme, Niederschläge und Schneefall hätten dieses Risiko noch erhöht.

Spaziergänger reagieren unterschiedlich auf die Fällung der Bäume: Die Stämme lagern derzeit noch an den Wegen im Park Schönfeld. Fotos:  Koch

Die Arbeiten seien mit der Unteren Naturschutzbehörde, die beim Umwelt- und Gartenamt angesiedelt ist, abgestimmt gewesen, bestätigt Ingo Happel-Emrich, Sprecher der Stadt Kassel. Man müsse berücksichtigen, dass die Fällarbeiten unter schwierigen Bedingungen stattgefunden hätten – die bis zu 30 Meter hohe Pappeln standen in sumpfigen Gebiet. Das habe dazu geführt, dass es nach dem Fällen der Bäume im Park „etwas grob“ ausgesehen habe. Die beauftrage Firma sei derzeit noch mit Nacharbeiten beschäftigt, um den Feinschliff zu erledigen. Insgesamt sei an den Fällarbeiten nichts zu beanstanden gewesen, so Happel-Emrich.

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