MEG-Pleite: Prozess wegen Insolvenzverschleppung auf Zielgerade

Kassel. Der ehemalige Chef des Versicherungvermittlers MEG, Mehmet Göker, muss sich im Herbst erneut in Kassel vor Gericht verantworten. Was ihm vorgeworfen wird:

Zum einen wird voraussichtlich im September das Verfahren fortgesetzt, in dem es um 20.500 Euro geht, die Göker laut Anklage in die eigene Tasche gesteckt haben soll, anstatt sie an den Insolvenzverwalter abzuführen.

Im Oktober soll dann ein neues Verfahren eröffnet werden, in dem es um gewerbsmäßigen Betrug geht. Angeklagt sind  neben Mehmet Göker auch sein ehemaliger Leiter des MEG-Fuhrparks, Thomas H., und dessen Ehefrau.

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Die Ermittlungen in dem Hauptverfahren wegen Insolvenzverschleppung sind inzwischen offensichtlich weit gediehen. Man sei „auf der Zielgeraden“, heißt es bei der Staatsanwaltschaft Kassel.

Unterdessen scheint Mehmet Göker seine Versicherungsgeschäfte aus der Türkei heraus weiterzuführen. Auf seiner Facebook-Seite heißt es: „2010 gegründet und April 2012 75 Mitarbeiter auf Top-Niveau - Danke an alle, die an mich geglaubt haben - Ihr seid dabei bei der Entstehung von etwas...“

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Insider berichten der HNA, dass Göker auch in Kassel Mitarbeiter anwerben soll. Wenn ein Kandidat beim ersten Kontaktgespräch am Telefon einen guten Eindruck hinterlasse, könne er in die Türkei reisen, um dort auf Probe zu arbeiten. Werde er übernommen, könne mit Versicherungsgeschäften nach wie vor viel Geld verdient werden.

Fotos aus dem Archiv: Göker schaute sich den Göker-Film an

Kassel: Göker schaute sich den Göker-Film an

Mehmet Göker selbst sagte uns am Telefon dazu, nicht er habe 75 Mitarbeiter, sondern die Firma, in der er arbeite. Es handele sich um eine ganz normale Vertriebsfirma. Ansonsten sei er glücklich - er wolle in Ruhe gelassen werden. Für Gespräche mit Journalisten fordert Göker inzwischen ein Honorar - oder man könne sich mit seinem Anwalt unterhalten.

Übrigens: Wir haben für das Gespräch mit Göker nichts bezahlt.

Von Frank Thonicke

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