Wohn- und Geschäftshaus an der Ecke Querallee/Goethestraße wird umfassend saniert

Türmchen krönt die Fassade

Noch hinter dem Gerüst versteckt: Türmchen und die Mansarde wurden nach historischem Vorbild wieder aufgebaut und zieren künftig das Wohn- und Geschäftshaus an der Ecke Querallee/Goethestraße. Foto: Fischer

vorderer westen. Wie einst: Ein Türmchen ziert die Fassade des Eckhauses an der Querallee 36 im Vorderen Westen. Noch ist es etwas versteckt hinter Baugerüst und Netz, die von der Sanierung des neobarocken Gebäudes zeugen. Seit Juli 2011 wird das Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts erbaute Haus an der Ecke Querallee/Goethestraße umfassend saniert.

„Es ist eine Komplettsanierung“, sagt Eigentümer Gabriel H. Duru, der die Immobilie 2011 kaufte und nun mit Leidenschaft instand setzt. „Ich wusste, dass sehr viel zu tun ist.“ In enger Abstimmung mit der Denkmalpflege hat er die Fassade saniert, neue Holzfenster nach altem Vorbild eingesetzt, das Mansardendach wieder aufgebaut, Dachterrassen geschaffen und die Haustechnik erneuert. Dazu gehört auch moderne Elektronik. Das Türmchen bekommt noch einen Kranz. Es entspricht nicht genau dem historischen Vorbild, sondern ist ein Kompromiss. Die Spitze wird nicht wieder aufgebaut.

Bislang hatte das Gebäude nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg lediglich ein Notdach. Nun hat Duru mit dem Ausbau des fünften Stockwerks die historische Dachform wieder aufgenommen. „Das Dach kostet mehr als ein Einfamilienhaus“, sagt der gelernte Kaufmann, der viel Geld in das denkmalgeschützte Wohn- und Geschäftshaus gesteckt hat. Konkrete Zahlen nennt er nicht.

Im Rathaus freut man sich über sein Engagement. „Das ist toll, dass das Dach im historischen Sinn wieder aufgebaut wird“, sagt Denkmalschützer Heinz Kefenbaum. Abstimmung und Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege seien gut gewesen. Duru selbst hätte sich mehr Unterstützung gewünscht. „Es wird einem nicht leicht gemacht“, sagt er. Vor allem das Amt für Straßenverkehr und Tiefbau mache ihm wegen der nötigen Absperrung das Leben schwer.

Bis er das Eckhaus übernahm, hat sich der 37-jährige Unternehmer vor denkmalgeschützten Gebäuden gescheut. Doch das einstige Hotel und Restaurant habe es ihm angetan, sagt er. Es soll zu einem Schmuckstück werden. „Das wird eines der schönsten Objekte im Vorderen Westen“, sagt Duru. „Das macht man nicht, um Geld zu verdienen, sondern voller Leidenschaft.“

Im April soll das Gerüst abgebaut werden, im Herbst dieses Jahres will Duru die Sanierung abschließen. Das wird auch die Betreiber des Restaurants Boccaccio freuen, das hinter dem Gerüst versteckt ist. Gäste blieben deshalb weg. Der Betrieb läuft aber trotz der Sanierung weiter. Von den Arbeiten angesteckt, hat das Boccaccio renoviert und Gasträume und Toiletten auf Vordermann gebracht.

HINTERGRUND

Von Ellen Schwaab

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