Engpass bei Baumaterial droht

Tuffstein für Herkules geht bald zur Neige

Kassel. Es ist das wichtigste Baumaterial im Bergpark und weltweit einmalig. Für den heimischen Tuffstein, den Landgraf Karl vor 300 Jahren schon fördern ließ, gibt es keinen Ersatz. „Wir müssen dringend die Planungen für einen neuen Steinbruch auf den Weg bringen“, sagt Bernd Küster.

Das sagt der Direktor der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK). Wenn nicht bald ein neues Fördergebiet erschlossen wird, droht ein Engpass.

Und das, obwohl die Universität Kassel mittlerweile einen künstlichen Tuffstein entwickelt hat. Der im Krieg zerstörte Hauptturm der Löwenburg, der ab Frühjahr 2013 rekonstruiert wird, soll komplett aus diesem Material gebaut werden. Doch auch für diese Mischung, die vom Original kaum zu unterscheiden ist, benötigt man zu 50 Prozent den rar gewordenen Tuffstein aus dem Habichtswald.

Lesen Sie auch:

- Der Herkules im Regiowiki

- Weltkulturerbe-Spezial

Es geht bei den Arbeiten im Bergpark um enorme Mengen. 10 000 Kubikmeter Tuffstein sind in den vergangenen Jahren aus dem letzten nutzbaren Steinbruch am Kuhberg gesprengt worden. 8000 Kubikmeter davon sind schon verbaut. Von dem Zwischenlager am Rand der Druseltalstraße ist kaum noch etwas übrig. „Wir haben noch eine Reserve von 2000 Kubikmetern, dann ist Schluss“, sagt Küster. Ein weiterer Abbau am Kuhberg lohne sich nicht. Frühere Untersuchungen im Habichtswald hätten weitere Vorkommen ergeben. In Absprache mit der Oberen Naturschutzbehörde sollen ab Frühjahr 2013 weitere Probebohrungen gemacht werden. Ziel sei es, innerhalb der nächsten fünf Jahre ein neues Abbaugebiet für Tuffstein zu erschließen.

Das poröse und witterungsanfällige Material würde niemand mehr für einen Neubau verwenden. „Wir müssen damit leben, dass sich unsere Vorfahren dafür entschieden haben“, sagt MHK-Direktor Küster. Nach den jetzt laufenden umfangreichen Sanierungen werde man bald wieder Tuffstein brauchen.

Mehr lesen Sie in der Montagsausgabe.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.