Experte der Feuerwehr erklärt, was jeder zum Brandschutz beitragen kann

Was tun, wenn es brennt? Tipps vom Experten

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Dachstuhlbrand in der Silvesternacht: Eine Silvesterrakete hatte das Feuer ausgelöst, nach dem das Haus Baumgartenstraße 55 zunächst unbewohnbar war.

Kassel. Was tun, wenn es brennt? Wie aktuell diese Frage ist, zeigte auch der Wohnungsbrand an der Ihringshäuser Straße am 16. Februar, bei dem zwei Kinder ums Leben kamen.

Auch in einem Haus an der Baumgartenstraße im Stadtteil Kirchditmold hatte es gebrannt. Ursache war eine Silvesterrakete. Die Betroffenheit war groß, und danach informierte die Feuerwehr in einer Ortsbeiratssitzung über das Thema Brandschutz.

Dirk Ehrlich, Sachverständiger der Feuerwehr für vorsorgenden Brandschutz und Einsatzleiter bei jenem Silvesterbrand, rät dazu, Rauchwarnmelder zu installieren. „In Kinder-, Schlaf- und Wohnzimmern sowie in den Wohnungsfluren sind Rauchwarnmelder seit dem 31. Dezember 2014 ohnehin Pflicht.“ Die Installation obliege den Hauseigentümern, Mieter seien für den Betrieb, etwa den Batteriewechsel, verantwortlich.

Ein weiterer Tipp: „Fluchtwege wie Hausflure und Treppenhäuser müssen frei gehalten werden, Keller- und Bodentüren, die in der Regel Brandschutzfunktion haben, verschlossen bleiben. Das ist zudem ein guter Schutz gegen Brandstifter“, sagte Ehrlich.

„Bei Feuer oder Rauch im Treppenhaus bleiben Sie in der Wohnung, schließen alle Türen und machen sich am Fenster bemerkbar.“ Um der Feuerwehr die Arbeit zu erleichtern, appelliert er an Autofahrer, nicht vor Feuerwehrzufahrten oder über Schachtdeckeln und Verschlüssen in der Straße zu parken. Ebenso sollten Hausbesitzer dafür Sorge tragen, dass die Hausnummern gut erkennbar sind: „Müssen wir erst nach der richtigen Adresse suchen, kostet das wertvolle Zeit.“

Und wenn es doch einmal brennt? Walter Thomas, Pressesprecher des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute, rät Hausbesitzern zu einer Gebäudeversicherung, die eine Brandversicherung einschließt. „Beantragt man einen Kredit für den Hausbau, verlangt die Bank ohnehin einen entsprechenden Versicherungsschutz.“

Zudem rät er zu einer erweiterten Elementarschadenversicherung. „Diese ist nicht obligatorisch, aber empfehlenswert. Sie deckt zum Beispiel Wasser- und Unwetterschäden ab. Obwohl sie inzwischen bei vielen Gesellschaften zur Grundsicherung gehört, haben nur 15 Prozent der deutschen Haushalte eine solche Versicherung.“

Grundsätzlich appelliert die Feuerwehr an verantwortungsbewusstes Handeln beim Umgang mit Feuer. Jede Menge Tipps, etwa für Weihnachten, Silvester oder die Grillsaison, findet man auf der Homepage der Kasseler Berufsfeuerwehr unter www.feuerwehr-kassel.eu. (pee)

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