Tunnel statt Schranke an der Schenkebier Stanne: Im Sommer geht's los

Gefährlicher Bahnübergang am Jungfernkopf wird durch Unterführung ersetzt

Kassel. Der Bahndamm an der Schenkebier Stanne ist bereits kahl an der Stelle, wo der Durchbruch erfolgen soll. Der beschrankte Bahnübergang am Jungfernkopf, an dem es nicht nur zu Staus, sondern auch gefährlichen Situationen kommt, wird durch eine Unterführung ersetzt.

Die Autos und der Bus werden künftig nicht mehr in Höhe der Wegmannstraße über die Gleise geleitet, sondern an der Einmündung Waldecker Straße unter den Bahnschienen durchgeführt. Für Fußgänger und Radfahrer entsteht eine Brücke im Bereich Kiefernweg. Baubeginn für das Sechs-Millionen-Euro-Projekt, das Bahn, Bund und Stadt Kassel gemeinsam schultern, ist im Juni. Die Gehölze am Bahndamm mussten schon vorher entfernt werden, damit sich dort nicht bereits Vögel eingenistet haben, wenn die Bagger anrollen.

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Der Fußgängerüberweg soll bereits Ende diesen Jahres fertig sein, die Verkehrsunterführung wird laut Planung Ende 2012 in Betrieb genommen. Im Zuge des Tunnelbaus werden auch die Schenkebier Stanne und der Eisenbahnweg parallel zu den Gleisen erneuert, erklärt Uwe Bischoff vom Straßenverkehrs- und Tiefbauamt der Stadt Kassel.

Am Eisenbahnweg werden bereitere Bürgersteige sowie zehn Parkplätze für Pendler gebaut, außerdem werden auf beiden Seiten des Bahndamms überdachte Fahrradstellplätze errichtet. Der Zugang zur Regiotram-Haltestelle wird künftig von beiden Enden möglich sein: Neben den bestehenden Rampenzugängen im Bereich des bisherigen Bahnübergangs gibt es dann zwei Treppen am Tunnel. Das kostet 450 000 Euro und wird vom Bund, Land, Stadt und NVV (Nordhessischer Verkehrsverbund) finanziert.  Dadurch solle ein zügiger Umstieg zwischen dem Bus 44, der unter der Brücke halten wird, und den Regiotramlinien 3 und 4 gewährleistet werden, sagt Sprecherin Sabine Herms. Dass Ende 2012 die Unterführung fertig sein soll, ist günstig, denn dann wird auch der Takt der Regiotrams verdichtet, sodass alle 15 Minuten ein Fahrzeug die Haltestelle anfährt. Würde die Schranke beibehalten, wäre sie dann also noch häufiger geschlossen.

Anwohner am Jungfernkopf befürchten wegen der ungehinderten Passage durch die Unterführung nach dem Umbau mehr Durchgangsverkehr im Stadtteil und insbesondere der Waldecker Straße. Der Ortsbeirat hat daher ein Verkehrskonzept von der Stadt gefordert.

Ziel des Umbauprojektes sei ausschließlich, den Engpass und Gefährdungspunkt am Bahnübergang zu entschärfen, stellte Stadtbaurat Dr. Joachim Lohse klar. Schließlich sei der Übergang, den auch Busse passieren, sehr beengt und für Fußgänger gefährlich. Wenn die neue Verkehrsführung in Kraft ist, müsse man sehen, ob es weiterer Anpassungen bedürfe. „Wir werden das zusammen mit dem Ortsbeirat diskutieren.“

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