Uni Kassel und SMA wollen Fotovoltaik robuster und leistungsfähiger für Einsatz in heißen Ländern machen

Turbogang für den Sonnenstrom

Potenzial im Sonnengürtel: Gerade in Asien gibt es noch brachliegende Flächen, die für Fotovoltaik genutzt werden können. Unser Bild zeigt eine Anlage in der Region Xinjiang in Nordwest-China. Foto: Picture Alliance

Kassel. Während hierzulande die Sonne öfter Pause macht, spendet sie in den Hitzegürteln der Welt Energie im Überfluss. Da ist es ein bestechender Gedanke, dort mit solaren Großkraftwerken auf der Basis der Fotovoltaik-Technologie preisgünstigen, sauberen Strom zu erzeugen.

Doch wer auf diesem Zukunftsgebiet die Marktführerschaft übernehmen will, muss möglichst robuste, effiziente und vor allem preisgünstigere Anlagen als bisher entwickeln, die auch Wüstenstürmen und extremer Hitze standhalten.

Millionenschwere Förderung

Deshalb haben der Niestetaler Wechselrichter-Spezialist SMA Solar Technology und die Universität Kassel ein Forschungsprojekt zur Optimierung von solaren Fotovoltaik-Großkraftwerken gestartet. In das auf zunächst drei Jahre angelegte Projekt sollen 3,8 Millionen Euro investiert werden. Gut 50 Prozent davon steuert das Bundesministerium für Bildung und Forschung bei. Projektpartner ist außerdem der TÜV Rheinland. Weiterhin arbeitet ein Hersteller von Solarzellen mit.

An er Uni Kassel, wo diese Forschung mit 500 000 Euro gefördert wird, sind das Kompetenzzentrum für Dezentrale Elektrische Energieversorgungstechnik (KDEE) unter Leitung von Prof. Peter Zacharias und das Zentrum für Umweltsystemforschung (CESR) an dem Projekt beteiligt. Zwei Mitarbeiter des KDEE und drei des CESR forschen am Projekt mit.

Vor allem im Sonnengürtel Asiens gebe es viele große brachliegende Flächen, die sich als Standort für die Großkraftwerke eigneten, sagt Prof. Zacharias. Kraftwerke mit einer Leistung von 400 Megawatt gebe es schon, berichtet der Wissenschaftler. Ziel des Projekts ist es, noch deutlich größere Anlagen zu ermöglichen, und das zu wettbewerbsfähigen Preisen. Das erfordere aber eine neue Architektur für Elektronik und technische Auslegung, sagte Zacharias.

Beispielsweise könnten durch eine Erhöhung der Eingangsspannung von 1000 auf 1500 Volt an den Wechselrichtern, die den Gleichstrom aus den Solarmodulen in Wechselstrom umwandeln, Kosten gespart werden. Denn dann benötige man für den Transport des elektrischen Stroms innerhalb des Kraftwerks weniger teure Kupferkabel, erklärte der Forscher. (pdi)

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