28-Jähriger ist an Leukämie erkrankt

Typisierung in Kassel: Über 800 Menschen wollen Martin helfen

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Organisierten die Aktion: (von links) Lisa Gans, Martins Freundin Miriam Novotny, Madara Bunka und Martins Schwester Anne Herbold. Auch das KSV-Maskottchen Totti zeigte Einsatz.

Genau 805 Menschen kamen zur Typisierungsaktion, um sich als Stammzellspender registrieren zu lassen und so das Leben des leukämiekranken 28-Jährigen zu retten.

Überwältigt sei sie von dieser großen Hilfsbereitschaft, sagt Miriam Novotny. Weil ihr Freund Martin an Leukämie erkrankt ist, haben sie, seine Schwester Anne Herbold und seine engsten Freunde eine große Typisierungsaktion gestartet, um für den 28-Jährigen aus Kassel einen passenden Stammzellspender zu finden.

Am Ende waren es 805 Menschen, die sich am Samstag in der Ing-Schule an der Wilhelmshöher Allee einfanden, um zu helfen. Sogar aus Paderborn seien Menschen nur für diesen Termin angereist, sagt Anne Herbold. „Es ist super schön, wie viele Menschen gekommen sind“, sagt Novotny. „Wer sich nicht registrieren lassen konnte, kam auch einfach, um uns Kraft zu spenden. Dafür bin ich dankbar.“

Mehr als 60 Helfer waren im Einsatz, richteten die Räume her, betreuten die Spender bei ihrer Registrierung, versorgten sie mit Getränken, belegten Brötchen und Kuchen. „Das ist doch selbstverständlich“, sagt Waltraud Strandt, die mit Martina Binder Spendern Kuchen reicht. „Man muss den Hut vor den Freunden ziehen“, sagt Binder. „Für das, was sie hier aufgezogen haben. Das ist wahre Freundschaft.“

Unterstützung von vielen Seiten

Tagelang haben die Freunde auf die Aktion aufmerksam gemacht, tausende Flyer verteilt, Menschen bei Veranstaltungen angesprochen, im Internet immer wieder an den Aufruf erinnert. Zahlreiche Vereine und Geschäfte unterstützten die Aktion mit Sachspenden für die Tombola, Getränken oder Speisen. Immer stand die gemeinnützige Deutsche Knochenmark Spenderdatei (DKMS) den Freunden zur Seite, das Cineplex Capitol spielte kostenfrei einen Werbefilm für die Aktion ab und der KSV Hessen Kassel schickte unter anderem Maskottchen Totti.

Kämpfen für Martin: Helfer André Schütz (links, vorn) und Spender Steven Fischer, Kassel Titans American Football.

„Die Aktion ist eine gute Sache“, sagt Steven Fischer. Der Spieler der Kassel Titans American Football ist mit der gesamten Mannschaft erschienen, um sich registrieren zu lassen. „Wäre das mein Sohn, würde ich mir diese Hilfsbereitschaft auch wünschen.“ Alle Registrierungen landen in der Datenbank der DKMS. So können weltweit Leben gerettet werden.

Auch für Annika Müller, eine Arbeitskollegin von Miriam Novotny, sei klar gewesen zu helfen. „Das ist ein schönes Gefühl“, sagt sie. Ihr Ehemann Benjamin Müller sei ebenfalls schon als Spender registriert. „Wir hatten einen ähnlichen Fall im Freundeskreis“, sagt er. Es sei erschreckend, wie wenig Menschen bei der DKMS registriert seien. „Man sollte viel mutiger sein. Es tut ja nicht weh.“

Registrierung ist jederzeit möglich

Grundsätzlich kann jeder gesunde Mensch, der zwischen 17 und 55 Jahre alt ist und nicht bereits bei der Deutschen Knochenmark Spenderdatei (DKMS) oder einer anderen Datei registriert ist, Stammzellspender werden. Potenzieller Spender kann man mit einem Abstrich der Wangenschleimhaut werden. 

Auf dkms.de kann man ein Registrierungs-Set mit Wattestäbchen anfordern. Damit macht man einen Wangenabstrich und schickt es zusammen mit den unterschriebenen Unterlagen zurück zur DKMS. Deren Labor bestimmt die Gewebemerkmale, anhand derer ermittelt werden kann, ob man ein passender Spender für einen Blutkrebspatienten ist.

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