51-Jähriger muss mit vier Jahren Gefängnis rechnen

Über 1000 Ebay-Nutzer raffiniert betrogen - Opfer aus der Region

Kassel. Von August 2012 bis Januar 2015 hat ein 51-jähriger gebürtiger Dessauer von Thailand aus fast 2500 betrügerische Auktionen bei der Internet-Plattform Ebay getätigt.

Weil er dabei auch mehrere Menschen in Kassel, Witzenhausen, Eschwege und Vellmar um ihr Geld gebracht hat, steht der Mann seit gestern vor der 5. Strafkammer des Landgerichts.

Insgesamt, so Staatsanwalt Ruhnau bei der eineinhalbstündigen Verlesung der Anklage, habe der Beschuldigte deutlich über 1000 Ebay-Kunden aus dem gesamten Bundesgebiet um insgesamt 377.000 Euro betrogen. Bei weiteren Geschäften im Gesamtwert von 242.000 Euro hatten die Käufer das Geld dann doch nicht überwiesen. In diesen Fällen blieb es beim versuchten Betrug.

Staatsanwalt Ruhnau bescheinigte dem Angeklagten „hochprofessionelles Handeln“. Mit großem technischem Geschick habe er sich gutgläubiger „Finanzagenten“ für die Geld-Transaktionen bedient, habe die Accounts ahnungsloser Ebay-Nutzer gehackt und für die eigenen Angebote genutzt. Mit spezieller Software habe er seine Identität im Netz jahrlang unkenntlich machen können.

Das kunstvoll ausgelegte Netz der Verschleierung wurde von einem Beamten des Polizeipräsidiums Nordhessen zerrissen, der gestern als Zeuge aussagte. Der Beamte hatte die unendlich vielen verborgenen Spuren im Internet aufgedeckt, verknüpft und den Angeklagten schließlich im thailändischen Pattaya aufspürte, wo er von der dortigen Polizei verhaftet und ins Gefängnis gesteckt wurde. „Ganz schlimm“, sei das gewesen, sagte der 51-Jährige gestern. Seit April sitzt er in der JVA Kassel in Untersuchungshaft.

Vor der Strafkammer legte er ein umfassendes Geständnis ab, was den Weg für eine Verständigung ebnete. Richter Stanoschek kündigt an, eine Freiheitsstrafe von knapp unter vier Jahren sei möglich.

Lesen Sie dazu auch: 

- Ebay-Betrug in 2469 Fällen - Mann bot Ware an, die er nicht hatte

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.