Anwohner feierten anlässlich des Abrisses eine Party - Straßenbauarbeiten sollen nächstes Jahr beginnen

Über Nacht war das Haus weg

Freitagabend, 18 Uhr: Das Eckhaus wird für den Abbruch vorbereitet.

Kirchditmold. Viele Arbeiten dauern oft länger als gedacht. Dass es auch anders geht, haben die Mitarbeiter des Abbruchunternehmens Becker am Wochenende in Kirchditmold unter Beweis gestellt. Die seitens der Stadt für den Abriss verantwortliche Mitarbeiterin Peggy Handschug (Straßenverkehrs- und Tiefbauamt) zeigte sich am Samstagvormittag überrascht: „Das ging deutlich schneller als gedacht. Schön, dass es in so kurzer Zeit geklappt hat.“

Handschug spricht über den Abriss des Wohnhauses an der Zentgrafenstraße 96. Das Eckhaus aus dem 19. Jahrhundert, in dem bis Mitte vergangenen Jahres noch Menschen lebten, war von der Stadt gekauft worden - um es anschließend abzureißen. Die Kreuzung Loßbergstraße /Zentgrafenstraße soll um- und ausgebaut werden. Eine ehemalige Tankstelle an der Loßbergstraße wurde bereits abgerissen, jetzt muss nur noch das Trafohäuschen weichen.

Die Loßbergstraße, auf der sich Tag für Tag der Verkehr staut, soll in diesem Bereich breiter werden. „Das ist bislang eine schwierige Ecke. Wir planen hier einen schönen Umbau“, sagt Handschug. Einen Umbau, von dem alle Verkehrsteilnehmer profitieren sollen: Fußgänger, Radler und Autofahrer.

Die Anwohner des Kreuzungsbereiches haben die Abrissarbeiten in der Nacht zum Samstag dazu genutzt, um zu feiern. „Die haben ihre persönliche Abrissparty veranstaltet“, sagt Achim Becker, Chef des Abbruchunternehmens. „Die haben getanzt und uns bei der Arbeit zugeguckt.“

Zehn Mann seien zwischen 20 Uhr und 4 Uhr morgens mit dem eigentlichen Abriss von 2000 Kubikmeter umbautem Raum beschäftigt gewesen. Da bei diesen Arbeiten sehr viel Staub aufgewirbelt worden sei, so Becker, habe man in der Nacht noch ein C-Rohr bei der Berufsfeuerwehr geholt, um die Anwohner mit einem Sprühnebelvorhang vor dem Staub zu schützen.

Die Loßbergstraße soll zwischen Teichstraße und Zentgrafenstraße um mehr als zehn Meter verbreitert werden. Das gesamte Projekt sei mit fünf Millionen Euro veranschlagt, so erläutert Handschug.

Nach Angaben von Karl-Heinz Göttlich (Straßenverkehrs- und Tiefbauamt) soll zwischen beiden Fahrtrichtungen ein drei Meter breiter Grünstreifen angelegt werden. Zudem sind Radwege (je zwei Meter) und Parkbuchten (zwei Meter) geplant. In Richtung Bahnhof Wilhelmshöhe soll eine zweite Spur für den Geradeausverkehr entstehen. Im Straßenverkehrsamt geht man davon aus, dass im Anschluss nach dem laufenden Planfeststellungsverfahren im kommenden Jahr mit den eigentlichen Straßenbauarbeiten begonnen werden kann.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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