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Schüler interviewen Rap-Star Moe Phoenix

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Von: Christina Hein

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In der HNA-Redaktion in Kasse trafen sich (von links) Schülerin Tania Roshenas, Rapper Moe Phoenix, Ole Raduenzel und Leonard Kächtner.
Exklusiv-Interview mit dem Rapper Moe Phoenix: In der HNA-Redaktion trafen sich (von links) Schülerin Tania Roshenas, Künstler Moe Phoenix, Ole Raduenzel und Leonard Kächtner. © Andreas Fischer

Im Rahmen des Projekts „Medien machen Schule“ interviewten Jugendliche den Rapper Moe Phoenix und fragten: Was darf künstlerische Freiheit? Moes Songs werden millionenfach gestreamt. Gerade hat er bei Spotify mit über 100 Millionen Aufrufen „Gold“-Status erreicht.

Kassel – Einen Star wie den R’n’B-Sänger Moe Phoenix zu interviewen, kann zu den Sternstunden eines Journalisten gehören – ob es sich nun um Profis oder Nachwuchsjournalisten handelt. Erst recht, wenn es nach einem langen Gespräch mit interessanten Fragen und nachdenkenswerten Aussagen am Ende noch einen exklusiven Bonus-Track gibt, nämlich die Präsentation auf Moe Phoenix’ Smartphone von seinem neuesten Song „Für dein Karma“. Entstanden ist der Song in mehreren Zoom-Call-Sessions, nachdem ihn das Tiktok-Produzenten-Duo Stevio angesprochen hatte. Am 17. Februar geht die Single auf den Streaming-Portalen online und kann dann von allen gehört werden.

Es ist ein starker, eingängiger Rap-Song mit der für Moe Phoenix so typischen klaren Message: Was du nicht willst, was man dir tu, das füg auch keinem anderen zu. Muskelspiele und Drogenverherrlichung sind nicht seine Sache, vielmehr predigt er den wahren Sinn des Lebens.

Demnächst erscheint bei Universal das komplette Album, an dem Moe Phoenix seit einem Jahr arbeitet.

Vorab schon mal gehört haben „Für dein Karma“ die Jugendlichen Tania Roshenas, Neuntklässlerin am Goethe-Gymnasium (Lehrerin Martina Mainz) sowie Ole Raduenzel und Leonard Kächtner (Lehrerin Meike Hoffmann) aus der 8d am Georg-Christoph-Lichtenberg-Gymnasium. Sie haben den Musiker im Rahmen von „Medien machen Schule“ interviewt.

Das HNA-Projekt in Kooperation mit der Landesmedienanstalt für privaten Rundfunk (LPR) steht in diesem Jahr unter dem Motto Demokratie und Meinungsfreiheit. Dazu sollen die Teilnehmer Texte und andere journalistische Beiträge erarbeiten.

Tania, Ole und Lenard hatten sich Moe Phoenix als Interviewpartner ausgesucht: weil sich der erfolgreiche Musiker – entgegen dem Rap- und Hip-Hop-Mainstream – gegen eine verletzende und beleidigende Sprache in der Musik starkmacht. Er sagt: „Sprache hat Einfluss auf das Verhalten, deshalb trägt jeder Künstler eine Verantwortung.“ Zum Gespräch in der HNA-Redaktion war Moe Phoenix mit seinem Manager Hassan Abbas gekommen. Gemeinsam stellten sie sich den vielen Fragen der gut vorbereiteten Jugendlichen.

Das Besondere am Künstler Moe Phoenix: Er hat keine Angst, Gefühle zu zeigen und Werte wie Mitgefühl und Menschlichkeit zu propagieren. Mehr noch: Er distanziert sich klar vom Bad-Boy-Image in der Rap-Szene und sagt: „Hass und Verletzungen haben in meinen Texten nichts zu suchen.“ Vielmehr will er dazu beitragen, die Welt ein bisschen besser zu machen.

In seinem millionenfach aufgerufenen Youtube-Video „Mensch ist Mensch“, das er 2019 für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei produziert hat, rappt er: „Mensch ist Mensch, egal welche Haar- oder Hautfarbe, überdenke gut deine Aussage, denn der Schöpfer macht keine Ausnahme.“

Moe Phoenix zählt zu den Großen in der Branche. Seine Worte haben Gewicht und seine Songs werden millionenfach gestreamt. Gerade hat er bei Spotify mit über 100 Millionen Aufrufen „Gold“-Status erreicht.

Allein sein offizieller Remix des Songs „Aicha“ (2018) von Rai-Sänger Cheb Khaled wurde 42 Millionen mal gestreamt und in den Radios rauf und runter gespielt. Spätestens seitdem hat sich Moe Phoenix auch international einen Namen gemacht. Kritiker wurden auf ihn aufmerksam. Sie sind sich einig: Moe Phoenix ist alles andere als eine Eintagsfliege.

Es sei nicht das Streben nach Erfolg gewesen, was ihn dazu gebracht hat, mit Hip-Hop zu beginnen, erzählt er im HNA-Gespräch. Vielmehr habe am Anfang allein die Freude an Sprache und Musik gestanden, sagt der aus einer musikalischen libanesischen Familie stammende Künstler. „Es ging mir immer um die Sache.“ Schon früh, 2015, hat er mit KC Rebell den Song „Bist du real“ produziert. Sein eigenes erstes Album „Noa“ (2018), benannt nach seinem ältesten Sohn, habe er ohne Erwartungen ausgearbeitet. Es war dann sehr erfolgreich und landete gleich in den Charts. Vor ein paar Jahren war Moe Phoenix der Liebe wegen aus Hannover nach Kassel gezogen. Inzwischen wohnt er mit seiner Frau und den beiden kleinen Kindern im Vorderen Westen. Aus beruflichen Gründen hält er sich oft in Berlin, seinem „Stützpunkt für Kontakte“, auf. Alleine unterwegs zu sein, sei schwierig in der Szene. Er schätze den Austausch, die Kooperationen.

Anfangs habe er noch alles selber koordiniert. Seit 2017 kümmert sich Manager Mohamed Abbas um Business und Marketing. Sie seien ein super Team und könnten sich aufeinander verlassen, sagt Moe Phoenix. Das sei wichtig. So könne er sich ganz und gar auf das konzentrieren, was er am liebsten macht: Musik.

Info: Ab 17. Februar ist Moe Phoenix’ Song „Für dein Karma“ auf allen Streaming-Portalen zu hören.

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