Einsatz von Schusswaffen

Die Jüngste ist 15 - vier festgenommene Jugendliche kommen für zehn Überfälle in Betracht

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Diverse Spielotheken, Tankstellen und Supermärkte in der Region wurden mit Schusswaffen überfallen. Nun nahm die Polizei vier Jugendliche fest.

Nach diversen schweren Raubüberfällen nahm die Polizei in der Nacht zum heutigen Freitag ein mutmaßliches Räuber-Quartett fest. Gefasst wurden die Jugendlichen nach einem Überfall in Hann. Münden.

Aktualisiert um 15.36 Uhr - Die Polizei nahm einen 17-jährigen Jugendlichen aus Hann. Münden, zwei 18-Jährige aus Kassel und ein 15-jähriges Mädchen aus Fuldatal fest. Einer der 18-Jährigen wurde in der Nähe seiner Anschrift festgenommen, nachdem er im Anschluss an einen Überfall in Hann. Münden auf ein Einzelhandelsgeschäft am Donnerstag mit seinem Auto nach Hause gefahren war. Die anderen drei konnten noch in der gleichen Nacht in einem Kasseler Hotel festgenommen werden, das meldet die Polizei.

Festnahme nach Überfall in Hann. Münden

Vor dem Zugriff der Polizei haben sich die Ereignisse überschlagen. Am Donnerstagabend wurde kurz vor Ladenschluss (22 Uhr) der Rewe-Markt an der Quedlinburger Straße im Mündener Stadtteil Kattenbühl überfallen. Der Täter bedrohte mit einer Schusswaffe eine Angestellte an der Kasse. Die Frau händigte dem Täter Geld aus. Nach Auskunft des Geschäftsinhabers André Riethmüller waren es knapp 2000 Euro. Riethmüller spricht von einem schlimmen Erlebnis für die Kassiererin. Er lobt das besonnene Verhalten der anwesenden zwei Mitarbeiterinnen und eines Mitarbeiters während des Überfalls. Zu dieser Zeit waren auch noch Kunden im Markt.

Insgesamt möglicherweise zehn schwere Raubüberfälle

Die festgenommenen Jugendlichen kommen für insgesamt zehn schwere Raubüberfälle in Nordhessen und Südniedersachsen in Betracht. In den Fokus der Kasseler Staatsanwaltschaft gerieten sie, nachdem diverse Spielotheken, Tankstellen und Einzelhandelsfilialen in der Region mit Schusswaffen überfallen worden waren. 

Polizei fand belastende Gegenstände

Bei der Durchsuchung der Wohnräume der Verdächtigen fand die Polizei am Freitagmorgen mehrere Objekte, die in Zusammenhang mit den mutmaßlichen Räubern stehen. Mehrere belastende Gegenstände wie mutmaßliche Tatmittel und Raubgut wurden gefunden und sichergestellt.

Noch am heutigen Freitag sollen die Verdächtigen dem Haftrichter vorgeführt werden.Weitere Ermittlungen zu anderen bislang noch ungeklärten Raubstraftaten dauern an.

Überfälle mit Schusswaffen in Kassel: Serie in und um Kassel

In und um Kassel wurden in den vergangenen Wochen auffällig viele Raubüberfälle mit Schusswaffen verübt. So wurde beispielsweise am Mittwochabend ein Supermarkt überfallen. Wie die Polizei mitteilte, wurde ein Angestellter des Rewe-Marktes an der Ihringshäuser Straße in Fuldatal-Ihringshausen von zwei Männern mit einer Pistole bedroht und ausgeraubt.

Allein in Stadt und Kreis Kassel war das bereits die siebte Tat innerhalb von zwei Wochen. Dabei fiel auf: Alle Taten spielten sich in einem Radius von nur wenigen tausend Metern ab. Dabei gingen die Täter immer nach dem selben Muster vor. Alle Taten ereigneten sich nach Einbruch der Dunkelheit. Und: Die Räuber bedrohten die Angestellten immer mit Schusswaffen, um die Bargeldeinnahmen zu erbeuten. Eine Chronik.

Schwere Raubüberfälle in und um Kassel

  • Montag, 14. Januar, 19 Uhr: Esso-Tankstelle an der Ysenburgstraße, im Stadtteil Wesertor.

Der Täter war mit einem schwarzen Tuch und einer Sonnenbrille maskiert und trug eine Kapuze. Mit vorgehaltener Pistole befahl er dem Angestellten: "Kasse öffnen und schnell!"

Anschließend floh der Unbekannte mit Bargeld in Richtung Gartenstraße. Beobachtet wurde er von einer 38-Jährigen, die sich ebenfalls in der Tankstelle aufhielt.

  • Mittwoch, 16. Januar, 22.30 Uhr: sowie Donnerstag, 17. Januar: Spielhalle an der Weserstraße im Stadtteil Wesertor.

 Gleich zweimal wurde die Spielhalle im Wesertor im Januar überfallen. Derselbe Mitarbeiter wurde beide Male mit einer Pistole bedroht, die Beute fiel nur gering aus. Die Polizei schließt nicht aus, dass der gleiche Täter hier zweimal zuschlug. Er soll 20 bis 30 Jahre alt sein, etwa 1,75 Meter groß und von schlanker Statur. Wie der Täter in der Esso-Tankstelle trug auch dieser Mann eine Kapuze, sein Gesicht war mit einer schwarzen Maskierung bedeckt.

  • Samstag, 26. Januar, 18.45 Uhr: Aral-Tankstelle an der Fuldatalstraße, Stadtteil Wesertor.

Bei diesem Überfall war zwar keine Schusswaffe zu sehen, der Täter gab aber an, eine dabei zu haben. Er trug eine dunkle Jacke mit fellbesetzter Kapuze und eine dunkle Jeans. Er erbeutete einen dreistelligen Betrag, indem er den 17-jährigen Angestellten bedrohte.

  • Montag, 28. Januar, 21 Uhr: Rewe-Getränkemarkt, Niedervellmarsche Straße, Ihringshausen.

Mit einer silberfarbenen Pistole zielte ein Unbekannter auf eine 53-jährige Angestellte des Rewe-Getränkemarkts in Ihringshausen. Mittels Gesten forderte er sie dazu auf, Geld in einen Leinenbeutel zu packen. Ob es sich bei dem Täter um einen Mann oder eine Frau handelte, ist unklar. Die Person ist llaut Zeugenbeschreibung 1,70 bis 1,75 Meter groß, trug eine schwarze hüftlange Jacke mit Kapuze und eine Maske aus grob gestricktem Stoff.

  • Dienstag, 29. Januar, 22 Uhr: Jet-Tankstelle an der Hannoverschen Straße in Niestetal.

An dem Überfall auf die Jet-Tankstelle in Niestetal waren drei Täter beteiligt: Einer bedrohte die Kassiererin mit einer Pistole, ein zweiter nahm Geld aus der Kasse, ein dritter hielt mit einem Messer bewaffnet am Eingang Wache. Sie sprachen akzentfreies Deutsch und hatten einen hellen Stoffbeutel dabei. 

  • Mittwoch, 30. Januar, 22 Uhr: Rewe-Markt, Ihringshäuserstraße, Ihringshausen.

Zwei Männer überfielen am Mittwoch den Rewe-Markt in Ihringshausen. Sie werden als hager und dünn beschrieben und sollen mit osteuropäischem Akzent gesprochen haben.

Erneuter Überfall - Diesmal an der A7

Etwas weiter entfernt, an der A7, wurde in der Nacht auf Freitag die Tank- und Rastanlage Hasselberg Ost überfallen. Ein Mann drohte dem Angestellten dabei mit einem Gewehr, ergriff dann aber ohne Beute die Flucht. Bekleidet war er mit einem Trainingsanzug. Die Polizei bittet Zeugen um Mithilfe

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