Schlug Räuber zweimal zu?

Überfälle im Vorderen Westen: Polizei geht vom selben Täter aus

Kassel. Die Polizei geht nach den bisherigen Ermittlungen davon aus, dass die Überfälle auf das Schokoladen-Geschäft und vor zwei Wochen auf das Reformhaus am Bebelplatz von demselben Täter verübt wurden.

Aus dem Archiv: Überfall auf Schokoladengeschäft 

Die Inhaberin des Schokoladen-Geschäfts am Karl-Marx-Platz, die am Mittwoch gegen 14 Uhr niedergeschlagen und beraubt worden war, konnte das Krankenhaus am Donnerstag unterdessen wieder verlassen. Wegen einer Platzwunde am Kopf musste sie medizinisch versorgt werden. Aufgrund starker Blutungen wurde die 57-Jährige während der Nacht ärztlich überwacht.

Nach ihrer Darstellung hatte der Täter das Schokoladen-Geschäft als Kunde betreten und um Beratung für ein Geschenk gebeten. Dann soll er ohne Vorwarnung mit einem Stock mit voller Wucht zugeschlagen haben. Bei dem Schlagwerkzeug soll es sich um einen 20 bis 30 Zentimeter langen und etwa 4 Zentimeter dicken Stock gehandelt haben. Nach den Schlägen drängte der Täter sein Opfer laut Polizei Richtung Kasse, wobei er Anstalten machte, die Frau ein drittes Mal zu schlagen. Die Geschäftsinhaberin habe ihn daraufhin angefleht, sie zu verschonen. Das habe Wirkung gezeigt, da der Mann von seinem Vorhaben abließ. Sinngemäß soll er gesagt haben: „Es tut mir leid, ich will Sie nicht schlagen.“

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Dann öffnete der Räuber die Kasse und nahm die Geldscheine heraus. Noch bevor er aus dem Geschäft flüchtete, habe er seinem Opfer gedroht, nicht sofort die Polizei zu verständigen. Die Geschäftsfrau geht davon aus, dass der Täter Richtung Bebelplatz flüchtete. Sie war ebenfalls nach draußen gelaufen und hatte um Hilfe geschrien. In diesem Moment waren zwei junge Männer vorbei gelaufen, die ihr halfen und Polizei sowie Rettungsdienste alarmierten. Die beiden Zeugen, von denen sich nur noch einer bei Eintreffen der Polizei am Tatort befand, könnten nach Einschätzung des Opfers den Täter auf der Flucht beobachtet haben.

Die 57-Jährige beschreibt den Räuber ergänzend wie folgt: Deutscher, etwa 35 bis 40 Jahre alt, ungefähr 170 Zentimeter groß, gepflegte Erscheinung, schmale Gestalt, kurze, möglicherweise rasierte braune Haare. Er soll einen schwarzen Blouson aus Leder oder Kunstleder getragen und Hochdeutsch gesprochen haben. Narben, Muttermale, Tätowierungen oder sonstige Merkmale waren dem Opfer nicht aufgefallen.

Die Ermittler fahnden mit Hochdruck nach dem Räuber. Sie gehen davon aus, dass der Täter den Laden vorher beobachtet hatte und abwartete, bis die 57-Jährige allein im Geschäft war. Auch halten sie es für möglich, dass der Täter in der näheren Umgebung wohnt. Die Polizei sucht Zeugen und bittet auch die jungen Männer, die dem Opfer halfen, sich mit ihr in Verbindung zu setzen. Sie werden gebeten, sich unter der Rufnummer 0561/9100 beim Polizeipräsidium zu melden. (els)

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