Überfüllte Trams am Hopla: Uni ist an Verlagerung der Haltestelle interessiert

Kassel. Die Studentenzahl an der Uni Kasssel ist auf 20 600 angewachsen und damit auch das Problem der überfüllten Trams und Busse. Betroffen ist vor allem die Kreuzung am Holländischen Platz (HoPla), wo der größte Teil der Studenten am Campus ein- und aussteigt.

Zwar hat die KVG mit dem Fahrplanwechsel schon für den Einsatz von mehr Fahrzeugen gesorgt. Aber noch immer sind die Probleme nicht gelöst. Dabei nahm die KVG 2010 geschätzte 1,4 Mio. Euro aus dem Verkauf der Semestertickets ein.

„Frühmorgens und am frühen Nachmittag sind die Straßenbahnen hoffnungslos überfüllt“, sagt Asta-Vorsitzender Oliver Schmolinski. Abhilfe könnte geschaffen werden, indem ein bis zwei Bahnen mehr eingesetzt würden. Immerhin bezahlten Studenten zurzeit 110,19 Euro für ihr Semesterticket. Auch für die anderen zahlenden Gäste der KVG sei die Situation in den Bahnen unangenehm.

Die Uni wünscht sich zudem, dass die Haltestelle verlagert wird. „Unsere Studierenden sollen ihre Hörsäle erreichen können, ohne eine Straße zu überqueren“, sagt Uni-Pressesprecher Dr. Guido Rijkhoek. Spätestens bei Eröffnung des geplanten Hörsaal- und Campuscenters im Wintersemester 2013 / 14 müsse eine Lösung da sein.

Wegen der momentanen Raumnot in den Hörsälen hatte die Uni Veranstaltungen in den frühen Morgen und Abend gelegt. Deswegen träfen die Studierendenströme häufiger morgens, mittags und abends mit den beiden anderen starken Fahrgastgruppen - den Schülern und Berufspendlern - zusammen, sagt KVG-Sprecherin Heidi Hamdad. Die KVG könne nicht den Takt auf einer Linie verdichten, ohne dass dies auf andere Linien und Anschlüsse Auswirkungen habe. Die Verkehrsgesellschaft arbeite an einer Lösung, könne aber keine Alleingänge machen, Es müssten bei der Planung neben den ÖPNV-Fahrgästen auch andere Verkehrsteilnehmer berücksichtigt werden.

Die Stadt Kassel hat kürzlich eine Verkehrszählung rund um die Uni-Kreuzungen veranlasst. Ergebnisse liegen im April vor. Die KVG ist wegen der Verkehrsplanung in Gesprächen mit der Unileitung und der Stadt. Denn es geht bei den Planungen auch um den Campus Nord, der zurzeit neu entsteht.

Unbestritten ist, dass sich mit der höheren Zahl der Studierenden die Einnahmesituation der KVG verbessert hat. Hatte die Verkehrsgesellschaft 2006 noch Einnahmen von 1,07 Millionen Euro aus dem Semesterticketverkauf, so sind es 2010 geschätzte 1,4 Millionen. Die Einnahmen aus dem Ticketverkauf beliefen sich 2009 auf insgesamt 26,6 Millionen Euro. Zahlen für 2010 liegen noch nicht vor.

Im gesamten NVV mit 70 Mio. Fahrten seien sieben Prozent aller Fahrgäste Studenten, sagt NVV-Sprecherin Sabine Herms. Bezogen auf den Eisenbahnverkehr betrage ihr Anteil sogar 25 Prozent. Gemessen an den Gesamteinnahmen hätten die Semestertickets im Jahr 2009 sechs Prozent von circa insgesamt 60 Mio. Euro ausgemacht. Aktuelle Zahlen dazu gibt es nicht.

Von Beate Eder

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