Kasseler Verkehrsgesellschaft will warnen

Überklettern von Straßenbahn-Kupplungen: Gutachter bewertet Gefahr

In Jerusalem bereits im Einsatz: Dieses Foto eines Überkletterschutzes schickte uns HNA-Leser Dietrich Meier. Fotos: privat/nh

Kassel. Immer wieder steigen Passanten in Kassel über Straßenbahnkupplungen und begeben sich dabei in Lebensgefahr.

Nun soll ein externer Gutachter bewerten, welches Risiko die Kupplungen bergen und ob es Schutzmechanismen gibt, die wirksam sind. Hintergrund ist der Tod eines elfjährigen Jungen aus Darmstadt, der vor zwei Wochen beim Überklettern des Verbindungsstücks vom Anhänger einer Straßenbahn überrollt wurde. In Kassel sind seit Dezember 2013 aneinandergekoppelte Straßenbahnen unterwegs, um so mehr Fahrgäste transportieren zu können.

Bei einem Treffen der Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) mit den Verkehrsbetrieben in Darmstadt und Frankfurt sowie der zuständigen technischen Aufsichtsbehörde des Regierungspräsidiums Darmstadt wurde jetzt die Beauftragung des Gutachters beschlossen, teilt KVG-Sprecherin Heidi Hamdad mit. Der Gutachter solle die bestehende Risikoeinschätzung nochmals überprüfen.

Nach der aktuellen DIN-Norm, die für jede Straßenbahnbaureihe erstellt wird, gibt es nach Angaben der KVG-Sprecherin keine Sicherungsmöglichkeit, die nicht gleichzeitig andere Risiken in sich birgt. So würde das Anbringen von Bändern oder Ketten über der Kupplung dazu verleiten, dass sich Personen daran festhalten, um so auf der Kupplung mitzufahren (Bahn-Surfen).

Sobald das Gutachten vorliegt, will die technische Aufsichtsbehörde beim RP Darmstadt eine Entscheidung treffen. Ungeachtet dessen wollen die drei hessischen Verkehrsbetriebe eine Präventionskampagne starten, die auf die Gefahren des Überkletterns hinweist.

Einige HNA-Leser hatten nach unserem ersten Bericht zum Thema bereits eigene Vorschläge für eine Sicherung der Kupplungen an die Redaktion geschickt.

Von Bastian Ludwig

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