Mitarbeiter in Sorge um Jobs – Ministerpräsident will helfen

Übernahmeplan löst Schock bei K+S aus

Die Nachricht schlug am Freitag ein wie eine Bombe: Für Marktbeobachter kam das Übernahme-Angebot des kanadischen Kaliproduzenten Potash an den Kasseler Konkurrenten K+S völlig überraschend.

Der Aktienkurs raste in der Spitze um fast 40 Prozent in die Höhe.

Wellen schlug das vorerst freundliche Angebot von Potash Corporation of Sakatchewan (PCS), bei dem es um eine Übernahme im Einvernehmen mit Vorstand, Aufsichtsrat und Belegschaft geht, vor allem auch in Arbeitnehmerkreisen. Dort grassiert nun die Angst um Standorte und Jobs. Denn von den weltweit 14 300 Mitarbeitern, werden fast 6000 in Nord- und Osthessen, also im Werra-Kalirevier im Kreis Hersfeld-Rotenburg, Kassel und Neuhof bei Fulda, beschäftigt. Welche Strategie der global zweitgrößte Kali-Produzent mit einem Umsatz von 6,6 Milliarden Euro verfolgt, ist völlig unklar.

Der Betriebsratschef in Kassel, Udo Stumpf, lehnte eine Stellungnahme unter Hinweis auf „einen Mangel an Informationen“ ab. Auch Vorstand und Aufsichtsrat mochten sich nicht weiter zu der Offerte äußern. Am Vorabend hatten sie angekündigt, das Angebot gründlich prüfen zu wollen.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier will sich für den Erhalt der K+S-Standorte einsetzen und warnte vor einer Gefährdung der Arbeitsplätze.

Analysten schließen für den Fall, dass die Übernahme gelingt, mittelfristig eine Reduzierung oder gar Einstellung der im internationalen Vergleich recht teuren deutschen Produktion nicht aus - vor allem dann nicht, wenn den Kanadiern die Umweltauflagen zu kostspielig werden. Denn Kali ist genug auf dem Markt. Wie berichtet, baut K+S in Kanada ein neues Bergwerk, dass 2016 in Betrieb gehen soll.

Allgemein werden die Chanchen für das Gelingen einer Übernahme als sehr gut eingeschätzt. „Das ist nur eine Frage des Preises“, sagte eine Analystin.

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