Unabhängige Studierende (KUS) verdrängen Jusos als stärkste Kraft

Überraschung bei der Wahl zum Studentenparlament

Alexander Müller

Kassel. Die erstmals angetretene Liste „Kassels Unabhängige Studierende“ (KUS) ist neue stärkste Kraft im Kasseler Studentenparlament, das diese Woche neu gewählt wurde. Sie erhielt 1655 der abgegebenen Stimmen und damit acht Sitze in der neuen Studentenvertretung.

Auf die bisher am stärksten vertretene Juso-Hochschulgruppe entfielen 1414 Stimmen und damit sieben Sitze. Die Grüne Hochschulgruppe Kassel erhielt 1205 Stimmen und sechs Sitze. Die „Liste Witzenhausen“, die Piraten, der RCDS - Die Studentenunion sowie Die Linke.SDS ziehen mit je einem Mandat in das neue Studentenparlament ein.

Niedrige Wahlbeteiligung

Nur 5330 der insgesamt 20 388 wahlberechtigten Studenten gingen zur Wahlurne. Die Wahlbeteiligung war daher mit 26,14 Prozent erneut sehr niedrig (2010: 26,48 Prozent), lag aber immerhin über den erforderlichen 25 Prozent. Hätte sie darunter gelegen, hätte das Land einen Teil der 9,20 Euro einbehalten können, die jeder Student pro Semester für den AStA, die studentische Selbstverwaltung, zahlt. Insofern freut sich auch AStA-Vorsitzender Oliver Schmolinski darüber, „dass wir die Wahlbeteiligung fast halten konnten“.

Den Wahlgewinn der KUS führt deren Sprecher, Alexander Müller, darauf zurück, „dass wir einen Wahlkampf mit neuen Themen gegen die jahrelange monotone Politik geführt haben“. Die KUS hatte unter anderem eine räumliche Ausweitung des Semestertickets und eine Stärkung der Fachschaftsräte gefordert. Der Wahlkampf, so Müller, sei hart gewesen. Die etablierten Hochschulgruppen hätten es der KUS nicht gerade leicht gemacht.

Obwohl sie künftig nur noch zweitstärkste Kraft sind, freut sich auch Nora Stiegmeyer, Pressesprecherin der Juso-Hochschulgruppe, über den Wahlausgang. „Wir sind zwar nicht mehr die stärkste Kraft, haben aber unterm Strich nur 117 Stimmen weniger erhalten als bei der letzten Wahl.“ Die Juso-Hochschulgruppe strebe Koalitionsverhandlungen an, um ein handlungsfähiges Studentenparlament auf die Beine zu stellen.

Der große Verlierer der Wahl waren die Piraten, die von 9,2 auf 5,2 Prozent der Stimmen zurückfielen.

Auch Senat gewählt

Bei der Wahl des Senats erhielt in der Gruppe der Professorinnen und Professoren die Liste Unabhängige Hochschullehrer die meisten Stimmen und wird künftig mit fünf Sitzen vertreten sein. Ihr folgen die Liste Neue Hochschulpolitik mit drei Mandaten sowie die Liste Elektrotechnik/Informatik mit einem Sitz. (wd)

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