Seit dem Hessentag

Überwachung im Auestadion: Kameras in allen Kurven

Kassel. Die Kasseler Polizei hat sie bereits seit geraumer Zeit gefordert: Eine Videoüberwachung für das Auestadion. „Wir wollten solch eine Anlage, seit der KSV Hessen Kassel an die Tür der dritten Liga angeklopft hat“, sagt Polizeidirektor Uwe Papenfuß.

Der Deutsche Fußballbund (DFB) schreibe eine Videoüberwachung für Stadien in den ersten drei Fußball-Bundesligen ohnehin vor.

Zwar hat es mit dem Aufstieg in die dritte Liga in der vergangenen Saison nicht geklappt, eine Videoüberwachung ist im Auestadion dennoch installiert worden. Vor dem Hessentag.

Sportminister Boris Rhein, der heute Kassel besucht und im Vorfeld der Landtagswahl an verschiedenen Orten Landeszuwendungen (Steuergeld) verteilt, wird sich auch über die Videoüberwachung informieren. Das Land bezuschusst die Anlage mit 35.000 Euro.

Wie hoch der städtische Anteil ist, dazu wollte man sich am Dienstag in der Pressestelle nicht äußern. Man verwies auf den Ministerbesuch am Mittwoch.

Nach Angaben von Polizeidirektor Papenfuß handelt es sich im Auestadion um eine Videoüberwachung wie am Stern. Vor dem Stadion und im Innenraum seien sogenannte Dome-Kameras, die wie eine Kugel aussehen und in alle Richtungen schwenkbar sind, installiert worden.

Ermittlung und Abschreckung

Die Polizei befürworte die Videoüberwachung aus zwei Gründen: zur Ermittlung von Straftätern, zum Beispiel bei Fußballspielen, und zur Abschreckung. Heutzutage sei es aber auch Standard, eine Videoüberwachung bei Konzerten zu haben. Beim Hessentag sei die Überwachungsanlage bereits eingesetzt worden. Wenn keine Straftaten begangen würden, dann lösche man die Aufzeichnungen zeitnah nach der Veranstaltung wieder.

Die Videoüberwachung spiele in allen Bereichen des Lebens eine immer größere Rolle, sagt KSV-Präsident Jens Rose. Im Auestadion wolle man wohl mit der Anlage für ein Stück mehr Sicherheit sorgen. „Damit sollen auch die Anhänger rausgefiltert werden, die dem Sport schaden.“ Rose geht davon aus, dass die Videoüberwachung auch bei Länderspielen künftig erforderlich ist. Am 15. Oktober spielt die U 21 der deutschen Nationalmannschaft gegen die Färöer im Auestadion.

Rose darf sich über eine weitere Zuwendung von Minister Rhein freuen. Das Land steuert 10.000 Euro für die Fan-Abteilung „Herzblut“ des KSV Hessen Kassel bei. Mit dem Geld soll ein Fanprojekt auf die Beine gestellt werden. Jugendlichen Fußballfans sollen damit Treffpunkte sowie Hilfe und Beratung in schwierigen Lebensfragen geboten werden. Mit den Projekten soll ein Beitrag zur sozialen Stabilisierung der Fußballszenen erreicht werden.

Zudem bekommt der Kasseler Tennisclub 1931 ein Geldgeschenk aus Wiesbaden. 10.000 Euro vom Land sind für die Sanierung des Clubhausdachs an der Menzelstraße gedacht.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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