Amt für Straßen- und Verkehrswesen stimmt Kompromisslösung für Altmarkt zu

Überwege am Altmarkt sollen kommen

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Vor dem Umbau: Fußgänger und Radfahrer sollen den Altmarkt einfacher überqueren können. An Weserstraße, Kurt-Schumacher-Straße und Brüderstraße sind Überwege geplant. Der Fußgängertunnel soll wegfallen.

kassel. Nach monatelanger Prüfung liegt nun die Entscheidung auf dem Tisch: Die Stadt kann am Altmarkt drei Überwege für Fußgänger und Radfahrer schaffen.

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Kommentar zur Lösung für die Altmarkt-Kreuzung

Das Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) in Kassel will dieser Lösung nach Angaben von Sprecher Reinhold Rehbein grundsätzlich zustimmen. „Das Vorhaben ist förderfähig“, sagt Rehbein. Grundlage für die Entscheidung ist das Gutachten eines externen Büros, das mit der Prüfung der städtischen Pläne betraut worden war.

Die Stadt musste den Nachweis erbringen, dass die Drei-Überwege-Lösung funktioniert und kein Verkehrschaos zu erwarten ist. Der Gutachter hat laut Rehbein aber etliche Vorschläge gemacht, wie die Leistungsfähigkeit der stark befahrenen Kreuzung erhöht werden kann.

 Die Vorschläge seien der Stadt im April zugegangen. „Der Altmarkt ist ein Knotenpunkt, der hoch ausgelastet ist“, sagt Rehbein. Durch die Überwege an Brüderstraße, Kurt-Schumacher- und Weserstraße werde er weiter eingeschränkt. Über die Vorschläge des Gutachters wollen Stadt und Land noch einmal sprechen. Das Treffen soll in zwei Wochen stattfinden. „Wir prüfen intensiv“, sagt Gunnar Polzin, Leiter des städtischen Amtes für Straßenverkehr und Tiefbau.

Dabei gehe es unter anderem um die Führung des Radverkehrs. Man sei froh, einen Kompromiss gefunden zu haben, der für Stadt und Land tragbar sei. Gehbehinderte und Menschen im Rollstuhl, Eltern mit Kinderwagen und Radfahrer könnten nun auf den Umbau setzen. „Wir freuen uns, dass das Land den überarbeiteten Vorschlag als grundsätzlich förderfähig ansieht“, sagt Polzin. Rechtsabbieger müssen Einschränkungen hinnehmen, sollen aber an der Brüderstraße häufiger Grün haben.

Die Kompromisslösung muss noch vom Magistrat, von den Ortsbeiräten und gegebenenfalls den Stadtverordneten abgesegnet werden. Der Altmarkt soll im Sommer 2011 umgebaut werden. Der Fußgängertunnel soll zugemacht werden. Die Flächen werden für den Radverkehr gebraucht.

Er hoffe, dass das Land das Geld 2011 bereitstelle, sagt Polzin. Die Stadt rechnet mit einer Förderung von 80 Prozent. Der Umbau ist mit 1,4 Millionen Euro veranschlagt.

Von Ellen Schwaab

Hintergrund: Demonstrationen für den Umbau

Eigentlich wollte die Stadt nach dem Neubau des Finanzzentrums und der Sanierung des Karlshospitals am Altmarkt vier Überwege schaffen.

Doch das Landesamt für Straßen- und Verkehrswesen hatte das umstrittene Vorhaben mit der Begründung gekippt, die geplanten Überwege führten zu langen Staus auf der Fuldabrücke von bis zu 400 Metern Länge.

Das Land weigerte sich deshalb, den Löwenanteil der mit 1,9 Millionen Euro veranschlagten Umbaukosten zu tragen. Seitdem wurde nach Alternativen gesucht. Behindertenverbände und andere hatten in den vergangenen Monaten immer wieder für ebenerdige Überwege am Altmarkt demonstriert.

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