Übrig gebliebene Impfdosen gehen an Rettungsdienstler

Corona-Impfstoff und Spritze
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Nur selten bleiben Impfdosen übrig. Lässt es sich nicht vermeiden, werden Mitarbeiter von Rettungsdiensten kurzfristig geimpft.

Immer mehr Fälle von Impfvordränglern werden bekannt. Auch im Landkreis Kassel gab es bereits einen Fall. Dabei sind übrig gebliebene Impfdosen eigentlich für andere vorgesehen.

Fragen und Antworten zum Thema Impfvordrängler, Terminvergabe für die zweite Gruppe und weiteren aktuellen Corona-Themen:

Gab es auch in der Stadt Kassel schon einen Fall, bei dem jemand geimpft wurde, der noch nicht an der Reihe war?
Nein. Laut eines Stadtsprechers ist bisher kein solcher Fall bekannt geworden. Grundsätzlich werde sowohl im Impfzentrum als auch bei den mobilen Teams genau darauf geachtet, dass nur Personen geimpft werden, die laut Impfverordnung derzeit berechtigt sind, so der Sprecher.
Was passiert mit Impfdosen, die an einem Tag nicht verimpft werden können?
Übrig gebliebene Impfdosen werden immer an kurzfristig verfügbare Personen aus der höchsten Priorität – in der Regel Rettungsdienste – verimpft. Dass einzelne Impfdosen übrig bleiben, komme sehr selten vor, teilt die Stadt Kassel mit.
Auch im Landkreis Kassel gibt es jeweils einen Pool von zwei oder drei Mitarbeitern aus dem Rettungsdienst, die informiert werden, wenn eine Impfdosis über ist. Diese Mitarbeiter werden dann kurzfristig geimpft.
Wie viele Impfungen lassen sich aus einer Ampulle gewinnen?
Das kommt laut Stadt Kassel auf den Anbieter an. Pro Ampulle sind es beim Impfstoff von Biontech 6 Dosen, Moderna 10 Dosen, Astra Zeneca 10 Dosen.
Im Landkreis gab es bereits Impfvordrängler. Wie wird künftig mit diesen verfahren?
Bekannt geworden war vor Kurzem der Fall aus der Evangelischen Altenhilfe in Hofgeismar: Sechs Bekannte, Freunde oder Lebensgefährten von Mitarbeitern waren dort geimpft worden, obwohl sie noch nicht an der Reihe waren. Auch jetzt sind noch mobile Impfteams in Heimen unterwegs. „Da müssen wir darauf vertrauen, dass uns die Verantwortlichen richtig angeben, wer dort tätig ist“, sagt Landkreissprecher Harald Kühlborn. Generell sei man bei Verstößen auf Hinweise angewiesen. „Und wenn ein Fall bekannt würde, würde die Person keine Zweitimpfung bekommen“, so Kühlborn. So war auch im Falle der Impfvordrängler in der Altenhilfe verfahren worden.
Wer ist momentan überhaupt impfberechtigt?
Derzeit werden immer noch diejenigen geimpft, die zur höchsten Priorisierungsgruppe gehören. Das sind über 80-Jährige, Bewohner und Mitarbeiter stationärer Einrichtungen für ältere oder pflegebedürftige Menschen, Pflegekräfte in ambulanten Pflegediensten, Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen, die etwa auf Intensivstationen, in Notaufnahmen oder im Rettungsdienst arbeiten, Mitarbeiter der ambulanten Palliativversorgung, Mitarbeiter von Corona-Impfzentren und Personen, die in Bereichen mit infektionsrelevanten Tätigkeiten arbeiten oder die in medizinischen Einrichtungen Menschen mit einem hohen Risiko behandeln oder pflegen.
Wann werde ich geimpft, wenn ich zur zweiten Gruppe gehöre?
Das Land Hessen hat heute (23. Februar) darüber informiert, dass nun auch diejenigen, die zur zweiten Gruppe gehören, sich für eine Impfung anmelden können. Zur zweiten Gruppe gehören unter anderem über 70-Jährige, Personen mit geistiger Behinderung, Schwerkranke (zum Beispiel mit Lungenerkrankungen, Krebserkrankungen, Diabetes), bis zu zwei enge Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen oder Schwangeren und Polizei- sowie Ordnungskräfte.
Wie haben sich die Coronazahlen entwickelt?
Die Lage in Kassel und dem Landkreis ist weiter entspannt. Gestern vermeldete das Gesundheitsamt 16 neue Fälle – 5 in der Stadt und 11 im Kreis. Erneut gesunken ist derweil die Zahl der aktuell Infizierten, und zwar um 5 auf nun 293 Fälle. 40 Infizierte werden im Krankenhaus behandelt, 19 von ihnen intensivmedizinisch. Erfreulich: Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich gestern nicht.
Und wie sieht es bei der Sieben-Tage-Inzidenz aus?
Dort tut sich seit einigen Tagen kaum etwas – weder nach oben noch nach unten. In Kassel lag die Sieben-Tage-Inzidenz gestern bei 21,3 (Vortag: 23,3), im Kreis bei 35,9 (Vortag 36,8).

Von Marie Klement

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