Unzulässige Absprachen unterstellt

Umbau des Altmarkts könnte sich verzögern: Beschwerde über Vergabe?

Kassel. Der Altmarkt-Umbau, der in den Sommerferien starten soll, könnte sich verzögern. Grund sind Zweifel in der Baubranche, ob die bevorstehende Vergabe der Straßenbauarbeiten ordnungsgemäß verläuft. Nach HNA-Informationen werden zwei Firmen von der Konkurrenz unzulässige Absprachen unterstellt.

Sollte das Ergebnis der europaweiten Ausschreibung angefochten werden, könnte sich der Baubeginn verschieben.

Hintergrund:
Wer in einem öffentlichen Vergabeverfahren ein Angebot abgebe, sei daran gebunden, sagt Andreas Lieberknecht, Geschäftsführer der Kasseler Innung des Verbandes baugewerblicher Unternehmer. Wenn eine Firma dennoch aussteige, sei die Stadt gefordert, die Gründe zu prüfen. Ein Ausschlussgrund ist die Mischkalkulation. Diese liegt vor, wenn eine Firma ein so günstiges Angebot unterbreitet, das nicht einmal die Kosten deckt. Häufig werden Mischkalkulationen von Firmen eingesetzt, um Neukunden anzuwerben oder Konkurrenten aus dem Markt zu drängen. Die Verluste aus diesem Geschäft werden dann aus Gewinnen anderer Geschäfte ausgeglichen. (bal)

Für die Umgestaltung der Kreuzung stellt die Stadt 4,27 Mio. Euro bereit. Ein Großteil des Geldes ist für den Straßenbau vorgesehen.

Um diesen Auftrag hatten sich mehrere Firmen beworben. Das günstigste Angebot von 2,1 Mio. Euro haben nach den der HNA vorliegenden Informationen die Unternehmen Strassing-Limes und Eley abgegeben, die als Bietergemeinschaft aufgetreten sind. Allerdings sollen die zwei Firmen ihr Angebot mit Verweis auf Mischkalkulation zurückgezogen haben.

Damit käme die zweitplatzierte Firma Wachenfeld aus Korbach zum Zuge, deren Angebot 500.000 Euro höher liegen soll. Es ist zu erwarten, dass der Magistrat in seiner nächsten Sitzung am Montag den Korbachern den Auftrag erteilt.

Konkurrenten aus der Baubranche unterstellen indes, dahinter stecke eine Absprache der erst- und zweitplatzierten Firmen. Begründet wird dies damit, dass Strassing-Limes und Wachenfeld über die Asphaltwerke Waldeck verbunden sind. Wachenfeld hält über die WAB-Holding 50 Prozent an den Asphaltwerken und die Mitteldeutsche Hartstein Industrie AG, das Mutterunternehmen von Strassing-Limes, die andere Hälfte.

Noch stimmt sich die Konkurrenz ab, ob sie bei der Nachprüfungsstelle des Regierungspräsidiums Beschwerde einlegt. Wachenfeld äußert sich mit Verweis auf die laufende Vergabe nicht. Stadtbaurat Christof Nolda sagte, in jedem Verfahren gebe es Risiken von Klagen und damit verbundene Baustopps.

Von Bastian Ludwig

Rubriklistenbild: © Archivbild

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.