Umbau Bahnübergang Schenkebier Stanne: Verkehrsführung umstritten

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Hier fließt bald der Verkehr unter den Gleisen hindurch: In der Verlängerung der Unterführung sieht man die Waldecker Straße. Der Verkehr soll aber weiterhin über die Wegmannstraße geführt werden. Dagegen regt sich Kritik.

Jungfernkopf. Die Tage des beschrankten Bahnübergangs an der Schenkenbier Stanne sind gezählt. Ende des Jahres soll die neue Unterführung unter den Gleisen fertig sein.

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Statt in Höhe der Wegmannstraße die Gleise zu überqueren, wird der Kfz-Verkehr künftig unter der Bahnstrecke hindurchgeführt - genau in Höhe der Waldecker Straße.

Der Verkehr soll, mit einem Schlenker über den Eisenbahnweg, aber weiterhin in die Wegmannstraße geführt werden. Das ist im Stadtteil umstritten. Denn an der Wegmannstraße liegen auch Kindergarten und Grundschule. In einer Abstimmung auf der privaten Stadtteil-Internetseite www.jungfernkopf.info haben sich 69 Prozent der Nutzer dafür ausgesprochen, dass der Verkehr über die Waldecker Straße/Am Ziegenberg geleitet werden soll. Derzeit ist diese Strecke in Höhe der Einmündung Am Osterberg durch Poller versperrt.

Der Verlauf der Vorfahrtsstraße über Schenkebier Stanne und Wegmannstraße wurde 2006 im Planfeststellungbeschluss, also im Baurecht, festgehalten. Anderweitige Pläne gebe es derzeit nicht, sagt Heiko Lehmkuhl vom Straßenverkehrs- und Tiefbauamt der Stadt. Betrachte man allerdings einen Stadtplan, „drängt sich die Frage nach einem Ausbau der Waldecker Straße auf.“

Ein beizeiten erstelltes Verkehrskonzept für die Zeit nach dem Umbau hatte der Ortsbeirat schon frühzeitig gefordert, allerdings erfolglos. Er wünscht sich eine Untersuchung der Verkehrsströme vor und nach dem Umbau - unter anderem auf die Frage hin, wie hoch der Anteil des Durchgangsverkehrs ist.

Manuel Eichler

Mit dem Wegfall der Schranke, die einen „Verkehrswiderstand“ dargestellt habe, könnte die Route durch den Jungfernkopf bei künftig freier Fahrt attraktiver werden, sagt Ortsvorsteher Dr. Manuel Eichler (SPD). Das wolle man im Stadtteil unbedingt vermeiden. „Eine Nordtangente werden wir auf jeden Fall verhindern“, sagt Eichler. Der Ortsbeirat plädiere für Verkehrsberuhigung.

Ob und wie stark der Verkehr durch die Unterführung zunehmen werde, sei schwer einzuschätzen, sagt Eichler. Nach Angaben des Straßenverkehrsamtes verkehren derzeit weniger als 3000 Fahrzeuge auf der Wegmannstraße. „Da herrscht im Vergleich zu anderen Stadtteilen himmlische Ruhe“, sagt Lehmkuhl. Wenn der Tunnel gebaut sei, werde man erneut zählen. Er erwarte aber nicht, dass der Verkehr nennenswert zunehme.

Von Katja Rudolph

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