Umbau bis Ende 2023 geplant

Markthalle Kassel: Zum Jahreswechsel neue Verträge für die Händler

Die Markthalle im Marstall Kassel: Haupteingang vom Graben
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Bis zum Umbau wird es noch dauern: Bevor die Markthallenfläche neu gestaltet wird, wollen die Investoren ab 2021 erst mal im Dach- und im Kellergeschoss des Marstallgebäudes mit Bauarbeiten beginnen.

Es wird noch dauern, bis der Umbau der Kasseler Markthalle beginnt. Demnächst wollen Stadt und Investor informieren, wie der Betrieb in der Übergangszeit organisiert wird.

Kassel – Wie geht es mit dem Marktbetrieb im Kasseler Marstall weiter? Und welche Perspektive haben die etwa 50 Markthändler für den Zeitraum, bis der geplante Umbau beginnt? Mit Blick auf den bevorstehenden Eigentümerwechsel hat die Stadt Kassel zum Jahresende den General-Pachtvertrag mit der heutigen Betreibergesellschaft gekündigt. Davon abhängend werden auch alle Einzelmietverträge für die Marktstände gegenstandslos.

Gegenüber der HNA hat Oberbürgermeister Christian Geselle nochmals bekräftigt, dass das keine negativen Auswirkungen auf die Händler und Kunden haben werde. Der Marktbetrieb werde nahtlos weitergehen – auch falls die Vertragsverhandlungen mit der Investorengruppe Sprengwerk als künftige Betreiberin Ende Dezember noch nicht abgeschlossen sein sollten, werde die Stadt als Vermieterin in die Bresche springen und die Verträge mit den Marktbeschickern „zu den bisherigen Konditionen fortsetzen.“, sagte der OB.

„Nach der Sommerpause“ will die Stadt laut Geselle zu einer Gesprächsrunde mit den Marktbeschickern und Sprengwerk einladen. Dabei werde informiert, wie sich der Übergang auf dem Weg zu einer modernisierten Markthalle gestalten soll.

Sprengwerk plant, den gesamten Marstall für etwa 15 Millionen Euro umzubauen und zu modernisieren. Das soll im Zeitraum von 2021 bis Ende 2023 geschehen. Der Marktbetrieb soll danach komplett auf der oberen Hallenfläche stattfinden. Die wird dafür um die heutige Freifläche am Graben vergrößert, die mit einem gläsernen Dach überbaut werden soll.

Die Pläne hatten zeitweise Protest und Untergangsstimmung bei langjährigen Markthändlern hervorgerufen. Inzwischen sei aber „insgesamt Ruhe eingekehrt“, sagte Architekt Michael Majcen vom Investor Sprengwerk. „Anfeindungen“ gegen die Planer wie in den Anfängen der Markthallen-Debatte gebe es nicht mehr. „Unser Eindruck ist, dass das Votum der Stadtverordneten inzwischen als Tatsache akzeptiert wird.“

Dazu hat nach seinen Worten beigetragen, dass ein juristischer Einspruch der heutigen Betreiber-GmbH gegen das städtische Vergabeverfahren inzwischen abgewiesen wurde. „Wir sind froh, dass das Verfahren als korrekt bescheinigt wurde und dass diese Auseinandersetzung nun beendet ist“, sagte Majcen. Das Überprüfungsverfahren habe die Planungen allerdings zeitlich um ein paar Monate zurückgeworfen.

Nun laufen laut Majcen wieder die „Verhandlungen über die vertragliche Ausgestaltung“ des Erbpachtvertrages zwischen Stadt und Sprengwerk. Majcen äußerte sich optimistisch, dass die Dinge rechtzeitig vor Jahresende so weit gediehen sind, um direkte Anschlussverträge der Markthändler mit den künftigen Betreibern möglich zu machen. Das jedenfalls würden Stadt und Sprengwerk anstreben.

Unterdessen gehen bei den Investoren laut Majcen regelmäßig Anfragen von Interessenten ein, die in einer umgestalteten Markthalle geschäftlich aktiv werden wollen: „Da sind Gastronomen darunter, aber auch Händler.“ Wer heute schon in der Markthalle tätig ist, habe bei der Konzeption und Verteilung künftiger Standflächen „jedenfalls das Vorrecht“.

Schon vor einigen Monaten hatte Sprengwerk per Fragebogen-Aktion ermittelt, wie es mit dem Interesse und dem Bedarf der aktuellen Händler bestellt ist. Nach Majcens Angaben hatten sich etwa zwei Drittel der Marktbeschicker zurückgemeldet – und das durchgängig „mit konstruktiven Inhalten“.

Einer, der sagt, dass er auf alle Fälle weitermachen will, ist Metzgermeister Axel Kramer, der auch im Beirat der Marktbetriebs-GmbH sitzt: Dort sei bislang nicht bekannt geworden, dass bestimmte Kollegen mit dem Betreiberwechsel definitiv aufhören wollten, sagt Kramer. Ein Gesamtbild des Interesses wird man seiner Meinung nach erst sehen können, wenn es konkret um neue Mietkonditionen für neue Verkaufsflächen geht: „Solange die jetzigen Verträge fortbestehen, bleiben alle erst mal drin.“

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