Einige freuen sich über Verbesserungen, andere fürchten Baustelle

Umbau der Friedrich-Ebert-Straße: Zwischen Vorfreude und Grauen

+
Haben Platz genommen: Andreas Hellemann und Sylvia Paar gefallen die Sitzmöglichkeiten an der Ecke zur Bürgermeister-Brunner-Straße.

Kassel. Toni Özavci, Chef der Pizzeria „Da Toni“ an der Friedrich-Ebert-Straße, hat das Schlimmste hinter sich. Die Baustelle direkt vor seinem Laden ist verschwunden. Auf dem Bürgersteig stehen Tische und Stühle, seine Kunden genießen das Mittagessen in der Sonne.

„Vor einem Jahr war das anders, darunter haben wir sehr gelitten“, sagt Özavci. Damals mussten vor seiner Tür noch neue Kanäle und Leitungen verlegt werden, bevor die Arbeiten zum Umbau der Friedrich-Ebert-Straße zu einem Boulevard starten konnten.

Direkt vor der Pizzeria gibt es jetzt Parkplätze. Darüber ist der Gastronom froh, „Wenn der Boulevard fertig ist, dann profitieren alle.“ Özavci weiß aber auch, was jetzt auf die Geschäftsleute auf der gegenüberliegenden Seite (Spur stadteinwärts) zukommt. Dort ist zwischen Annastraße und Friedrich-Engels-Straße die Baustelle bereits eingerichtet.

Ab Montag ist auch das Floristik-Studio betroffen. „Dann können unsere Kunden uns sechs Wochen lang nur zu Fuß erreichen und wir können keine Blumen mehr vor die Tür stellen“, sagt Mitarbeiterin Tanja Götze. Davor graue es ihr. Gleichzeitig freue sie sich darauf, wenn der Boulevard im kommenden Jahr fertig ist. „Dann haben wir noch mehr Platz für die Blumen vor der Tür. Das Ergebnis auf der gegenüberliegenden Straße gefalle ihr. „Da kann man gut und bequem laufen. Das war vorher nicht möglich.“

Einige Meter weiter befindet sich Rehasport Kassel. Inhaberin Susanne Saalfeld befürchtet nicht, dass sie so viele Einbußen wie die Einzelhändler in der Nachbarschaft durch die Baustelle haben wird. „Wir haben nur wenig Laufkundschaft.“ Ob die Geschäftsleute an der Friedrich-Ebert-Straße so sehr von dem Boulevard profitieren werden, wie manche denken, da sei sie skeptisch. „Ich lasse das auf mich zukommen.

Umgestaltung kostet 14 Millionen Euro

Die Arbeiten auf der stadteinwärtigen Seite sollen im November 2015 abgeschlossen sein. In die Umgestaltung der Straße in eine Allee mit 70 neuen Bäumen sollen bis dahin insgesamt 14 Millionen Euro geflossen sein. Die Hälfte des Geldes kommt vom Land.

„Wenn alles fertig ist, dann wird es auch schön sein“, sagt Salvatore Caccuri. Vor seiner Eisdiele steht ein Bauzaun mit gelb-roten Streifen. Durch die Baustelle habe er bereits jetzt schon Einbußen von 20 Prozent. „Aber die Stammgäste kommen noch zu mir.“ Caccuri hat seinen Humor aber noch nicht verloren. „Vielleicht biete ich jetzt Baustellen-Eis an.“ Und wie könnte das aussehen. „Mit gelb-roten Streifen“, sagt er. „So wie der Bauzaun.“

Den Passanten Sylvia Paar und Andreas Hellemann gefallen auch die Sitzgelegenheiten, die an der Ecke zur Bürgermeister-Brunner-Straße gebaut worden sind. „Das ist toll. Schön ist, dass es hier auch viel grüner werden soll“, sagt Paar. Ein Vorteil habe die Baustellensituation auf alle Fälle: Derzeit fahren wesentlich weniger Autos über die Friedrich-Ebert-Straße als üblich. „Es wäre klasse, wenn das auch künftig so bleiben würde“, sagt Hellemann.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.