Zellen bleiben fast unverändert

Umbau im früheren Gefängnis: Knast-Flair im Elwe-Hotel

Kassel. Das Elwe-Hotel kommt. Das ehemalige Untersuchungsgefängnis an der Leipziger Straße 11 wird zurzeit umgebaut. Im nächsten Jahr sollen documenta-Besucher in den früheren Zellen übernachten. Der Baunataler Unternehmer Gotthard Fels hat alle Hürden überwunden.

Blick in eines der künftigen Hotelzimmer: Graffitis und sanitäre Einrichtung bleiben, aber es wird neue Möbel geben.

Zwischen 150.000 und 200.000 Euro investiert die Elwe GmbH, die Fels mit Geschäftspartner Christopher Posch gegründet hat, in das Gebäude von 1876, um es übergangsweise als Hotel nutzbar zu machen. Da meiste Geld geht in den Brandschutz. „Wir bauen alles um. Das ist superaufwendig“, sagt Fels. Die Türen, die sich nur von außen öffnen ließen, bekommen neue Schlösser. Die schweren Riegel werden geöffnet und festgeschweißt, damit niemand eingeschlossen werden kann. Fluchtwege müssen geschaffen und die Technik für Rauchmeldeanlagen und Lüftungen erneuert werden. Die Polizei habe bei ihrem Auszug alles ausgebaut, sagt Fels.

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Die alte Pforte wird zur Hotelrezeption, die Gäste betreten das Elwe-Hotel durch den Eingang am Unterneustädter Kirchplatz. Die Umbauten müssen laut Fels mit dem Hessischen Immobilienmanagement abgestimmt und jede Veranstaltung gesondert angemeldet werden. Die GmbH hat die Elwe bis Ende 2012 gemietet, Die 72 Zellen bleiben nahezu unverändert. Sie sollen gründlich gesäubert und komplett neu möbliert werden. Die sanitären Einrichtungen werden chemisch gereinigt. Graffitis und in die Wand geritzte Sprüche der Gefangenen bleiben und werden für Knast-Atmosphäre sorgen.

Fotos: Blick ins ehemalige Gefängnis Elwe

Blick ins ehemalige Untersuchungsgefängnis Elwe

Gotthard Fels

Laut Fels werden bis zu 150 Gäste in den Zellen und weiteren Räumen übernachten können. Neben den vorhandenen Gemeinschaftsduschen, die mit Trennwänden ausgestattet werden, soll es weitere Duschen geben. Die Übernachtungspreise werden bei 70 bis 80 Euro für ein Doppelzimmer und 40 Euro für ein Einzelzimmer liegen. Der Hotelbetrieb wird wenige Tage vor Beginn der documenta 13 am 9. Juni aufgenommen und mit dem Ende der Kunstschau wieder eingestellt. Für die Bewirtung der Gäste, die an warmen Sommerabenden auch in den Höfen entspannen können, wird ein auf Kulturveranstaltungen spezialisiertes Unternehmen aus dem Rhein-Main-Gebiet sorgen. Zudem soll es Konzerte, Lesungen und andere kulturelle Angebote für ein junges, städtisches Kunstpublikum geben. Das Interesse Kasseler Gastronomen sei enttäuschend gering gewesen, sagt Fels.

Mehr über das früheren Untersuchungsgefängnis erfahren Sie im RegioWiki.

Möglichweise werden Teile des denkmalgeschützten Gebäudes auch nach der documenta für kulturelle Veranstaltungen genutzt. Der Unternehmer hegt zumindest entsprechende Pläne. Er möchte die zum Verkauf stehende Elwe vom Land erwerben.

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