Umbau des Marienkrankenhauses: Neuer Glanz zum 100-jährigen Bestehen

Klare Formen: Die Eingangshalle des Marienkrankenhauses mutet mit Drehtür und den modernen Sitzmöbeln fast wie eine Hotel-Lobby an. Fotos: Konrad

Kassel. Knapp zwei Millionen Euro hat das Kasseler Marienkrankenhaus in den Umbau seines Eingangsbereichs investiert. Laut Geschäftsführer Michael Schmidt befinden sich dort jetzt zentral alle Ansprechpartner für Patienten und Besucher.

Und die Wege für sie sind deutlich kürzer geworden. Der Eingangsbereich ist hell und freundlich gestaltet, in einem modernen Bistro können sich Patienten und Besucher mit Kaffee und kleinen Snacks die Wartezeit verkürzen. Das Ambiente der neuen Empfangshalle – weinrote und anthrazitfarbene Sitzmöbel, klare Formen und helle Farben, eine Drehtür am Eingang – erinnert jetzt ein wenig an eine Hotel-Lobby.

Für Aufnahmegespräche stehen Glaskabinen zur Verfügung, die zur Wahrung der Intimsphäre beitragen sollen. Gut ein Jahr hatte der Umbau gedauert, der auch eine Verlegung der Zufahrt für Rettungsfahrzeuge vom Eingang an die Südseite des Gebäudes beinhaltete und damit die Trennung von medizinischen Notfällen vom Beratungs- und Aufnahmebereich. „Wir haben heute deutlich mehr Patientenkontakte als vor zehn Jahren“, sagt Schmidt.

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Gründe dafür sind zum einen die zunehmende Entwicklung von einer vollstationären hin zu einer ambulanten Versorgung, was wiederum mehr Terminabsprachen erfordert. Zum anderen ist die Zahl der Patienten, die sich eine ärztliche Zweitmeinung einholen, laut dem Geschäftsführer gestiegen. „Auf all diese Entwicklungen mussten wir baulich reagieren“, sagt er. Im vergangenen Jahr wurden 8500 Patienten stationär behandelt.

Seit 2006 hat sich das Marienkrankenhaus, das im Mai sein 100-jähriges Bestehen gefeiert hat, auf eine Medizin der Kernkompetenzen konzentriert. In diesem Zuge wurde die Unfallchirurgie / Orthopädie im vollstationären Betrieb aufgegeben. Stattdessen ist ein Unfallchirurg mit seiner Praxis im Marienkrankenhaus niedergelassen, ebenso wie eine gastroenterologische Praxis. Außerdem arbeitet das Krankenhaus seit Kurzem mit dem Wirbelsäulenzentrum Nordhessen zusammen.

Die Gründung des 1913 eingeweihten Marienkrankenhauses geht auf den Eisenbahnwaggon-Fabrikanten Peter Wegmann zurück. Die Klinik präsentiert sich heute als Krankenhaus der hochspezialisierten Medizin.

Zu den Schwepunkten gehören die Innere Medizin mit Lungenheilkunde, Beatmungsmedizin und Schlaflabor. Außerdem die Chirurgie mit der Viszeral(Bauchraum)-Chirurgie, der Darmchirurgie, Reflux-Behandlung und Drüsenoperationen. Zudem werden im Hernienzentrum beispielsweise Leistenbrüche behandelt, das Adipositaszentrum ist auf die Behandlung stark übergewichtiger Menschen spezialisiert.

Außerdem ist die Infektiologie ein wichtiger Bereich für die Klinik, vor allem die Bekämpfung multiresistenter Keime. Am Marienkrankenhaus befindet sich auch die einzige Babyklappe in der Stadt Kassel.

Am heutigen Samstag, 31. August, lädt das Marienkrankenhaus Kassel auf dem Rothenberg von 11 bis 17 Uhr zum Tag der offenen Tür ein. Neben vielfältigen Einblicken in den Medizinbetrieb des Krankenhauses bietet ein 16 Meter langes Modell eines Menschen Einblicke in das Organsystem. Außerdem werden verschiedene Gesundheitstests angeboten.

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