Stadtarchiv soll im Gebäude bleiben

Umbau: So geht es in der Markthalle weiter

Blick in die Markthalle Kassel, Wehnachtszeit 2021
+
Umbau steht bevor: Die Treppendurchbrüche auf der oberen Markthallen-Ebene sollen frühestens Mitte 2023 verschlossen werden.

Der geplante Umbau der Kasseler Markthalle wird frühestens ab Sommer 2023 für Kunden und Händler spürbar werden. Zunächst wird in anderen Gebäudeteilen gearbeitet.

Kassel – Wie geht es weiter mit dem Umbau des historischen Marstalls und mit dem Betrieb von Kassels Markthalle in dem Gebäude? In der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats Mitte hat Investoren-Vertreter Matthias Tunnemann (Sprengwerk Architekten) einen Überblick über die nächsten Schritte des Großprojekts gegeben, das sich bis 2025 hinziehen wird.

Seit Oktober 2021 ist nach langem Vorlauf ein Erbpachtvertrag unterschrieben, mit dem die Stadt Kassel den Investoren das Baudenkmal auf 70 Jahre übertragen hat. „Wir haben erst jetzt die Möglichkeit, die Dinge zu planen und in Gang zu setzen“, sagte Tunnemann. Von den ersten Umbaumaßnahmen würden die Markthallenkunden und -beschicker für die kommenden eineinhalb Jahre allerdings nicht betroffen sein.

Als Erstes gelte es nämlich, zeitgemäße Bedingungen für das Stadtarchiv zu schaffen, das laut Tunnemann nun doch auf Dauer im Gebäude bleiben werde. Das Schul-Medienzentrum hingegen werde im Frühjahr ausziehen, sodass die gesamte Gebäude-ebene an der Wildemannsgasse für das Stadtarchiv zur Verfügung stehe. Dieser Bereich werde als erster ausgebaut, zugleich würden nach und nach alle Treppenhäuser des Marstalls samt der zugehörigen Fahrstühle erneuert.

Wenn dies erledigt ist – voraussichtlich bis Mitte 2023 – wollen die Planer die Treppen-Durchbrüche im Zentrum der oberen Markthallenfläche schließen. Hintergrund ist, dass der Marktbetrieb in Zukunft nur noch auf der oberen Ebene stattfinden soll. Platz für alle Stände soll geschaffen werden, indem die heutige Freifläche zum Graben hin mit einem transparenten Dach überbaut wird.

Die Freifläche zum Marställer Platz hin soll in dieser späteren Bauphase laut Tunnemann mit provisorischen Bauten und Zelten als Übergangsstandort für die jeweils betroffenen Marktbeschicker hergerichtet werden. Auf den Marktbetrieb würden sich die Arbeiten voraussichtlich im Zeitraum zwischen Sommer 2023 und Ende 2024 auswirken, sagte der Architekt. Unabhängig davon soll die bisherige untere Markt-Ebene des Marstalls dann für kulturelle Nutzungen hergerichtet werden.

Einen größeren Teil der Fläche werde der Veranstalter Markus Knierim mit seinem Live-Club „Theaterstübchen“ nutzen, bestätigte Tunnemann, was sich schon seit geraumer Zeit herumspricht. Aber es gebe weiterhin „eine namhafte Kasseler Kunst-Institution“, die sich ebenfalls auf der künftigen Kultur-Etage ansiedeln wolle. Näheres wollte der Geschäftsführer der Marstall-Verwaltungs-GmbH dazu noch nicht mitteilen: „Das wird bis zum Sommer feststehen“, sagte er.

Von den 7000 Quadratmetern Nutzfläche im historischen Marstall entfalle die Hälfte auf das Marktgeschehen, auch für den anderen Teil müssten sinnvolle und funktionierende Nutzungen gefunden werden, machte Tunnemann in der Ortsbeiratssitzung deutlich. Die Markthändler allerdings seien „das Herz des Ganzen“.

Um sie und ihre Kunden bei den Planungen der Markthallen-Zukunft stärker einzubeziehen, haben die Marstall-Manager laut Tunnemann das Kasseler Kultur- und Beteiligungskollektiv Raamwerk ins Boot geholt.

Dessen Mitstreiter sollen Kundenbefragungen, Ideensammlungen und Beteiligungsformate organisieren und auch feste Sprechzeiten in der Markthalle anbieten. „Davon erhoffen wir uns viele frische Ideen, um das Marktgeschehen attraktiver zu machen“, sagte Tunnemann. Ende Januar, Anfang Februar wolle man mit näheren Informationen dazu auf die Marktbeschicker zugehen. (Axel Schwarz)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.