Stadtbaurat will seit Jahren geplantes Projekt bald umsetzen

Umbaupläne für Kasseler Entenanger

Mülltonnen und Autos dominieren: Entenanger.
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Mülltonnen und Autos dominieren: Entenanger.

Es ist schon lange geplant. Nun sollen die Umbaupläne für den Entenanger wieder Fahrt aufnehmen.

Kassel - Neben Königsplatz und Friedrichsplatz gibt es in der Innenstadt etliche Plätze, die mehr Aufenthaltsqualität verdient hätten. Einige Umbauprojekte, wie etwa der Brüder-Grimm-Platz und die Neugestaltung des Pferdemarkts, sind bereits finanziert und stehen kurz bevor. Anschließend werde mit „hoher Priorität“ die Aufwertung des Entenangers in Angriff genommen, sagt Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne). Pläne dazu gibt es seit 20 Jahren.

Im Jahr 2019 sei der Umbau des Entenangers – der wegen der Sanierung der Königsstraße aufgeschoben worden war – so gut wie beschlossen gewesen, so Nolda. Dann aber sei durch die Abschaffung der Kasseler Straßenbeiträge die Finanzierungsgrundlage weggebrochen und das Projekt lag auf Eis. Es war nicht der erste Anlauf. Schon 2009 hatte die Stadt Pläne für eine Neugestaltung vorgelegt. Die Hälfte der ungefähr 125 Stellplätze sollte zugunsten einer baumbewachsenen Parkanlage in der Mitte des Platzes weichen. Dies war auf großen Widerstand bei den ansässigen Händlern gestoßen, die auf den Parkraum vor ihren Geschäften nicht verzichten wollten. „Damals ist das Projekt an der Parkplatzfrage kläglich gescheitert“, so Nolda. Inzwischen, so glaubt der Dezernent, sei es möglich, über Veränderungen des Status quo zu reden.

Um die heikle Autofrage zu klären, laufen im Rathaus bereits Untersuchungen zum Verkehrsfluss im Quartier. „Der Platz ist ein denkmalgeschütztes Ensemble mit Entwicklungsperspektive. Er ist zudem eine wichtige Verbindung in die Unterneustadt“, so Nolda. Mit der Kinder- und Jugendbücherei, zahlreichen Geschäften und der benachbarten Markthalle gebe es regen Publikumsverkehr.

Es werde geprüft, ob von den gescheiterten Plänen von damals einiges übernommen werden könne. Anders als seinerzeit vorgesehen, hält Nolda es für sinnvoller, Stellplätze in dem Bereich zu erhalten, der näher am Königsplatz liegt. Auf der anderen Seite – Richtung Markthalle – wäre Raum für einen größeren Park (heute Spielplatz). Denkbar sei auch eine „Art Boulevard wie an der Goethestraße“. Dies seien nur Ideen.

„Sobald die Finanzierung steht, werden wir einen Beteiligungsprozess beginnen“, so der Stadtbaurat. Wichtig sei es, die Anlieger und Händler mitzunehmen. Damals war mit 1,5 Millionen Euro Umbaukosten kalkuliert worden. Wegen der Preissteigerung dürfte es nun deutlich teurer werden.

Viele Ideen, aber zu wenig Geld: Plätze mit Potenzial

In der Innenstadt gibt es viele Plätze, die bislang nicht zum Verweilen einladen. Sie werden zum Abstellen von Autos genutzt, dienen als Lagerplatz für Baumaterial oder werden von der Trinker- und Drogenszene in Beschlag genommen. Wenn es nach dem Willen von Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) geht, sollen einige Plätze möglichst bald aus ihrem Dornröschenschlaf gerissen werden.

Neben dem Entenanger hat der Dezernent vor allem den Karlsplatz im Blick, der durch eine Bebauung und den Wegfall von Parkplätzen an Qualität gewinnen soll. Die Pläne für den Standort des documenta-Instituts waren bei den Anliegern allerdings auf Ablehnung gestoßen. „Der Karlsplatz wurde mit dem Bau der Tiefgarage Friedrichsplatz entwidmet. Der Parkplatz ist keine öffentliche Verkehrsfläche mehr. Das heißt, die Stellplätze könnten theoretisch einfach wegfallen“, so Nolda. Er hofft aber auf eine einvernehmliche Lösung, die auch im Sinne der ansässigen Händler ist.

Konkrete Ideen gibt es im Rathaus auch zum Martinsplatz und vor allem zum benachbarten Landgraf-Philipps-Platz vor der Martinskirche. „Der Bereich leidet“, so Nolda. Es fehle eine städtebauliche Planung. Das Umfeld der Martinskirche habe viel Potenzial. Auf dem Landgraf-Philipps-Platz sei eine Bebauung im Randbereich wünschenswert, der bisher wenig attraktiv sei. Nolda sieht die Entwicklung im Zusammenhang mit einer Umgestaltung der Kurt-Schumacher-Straße. Es gebe bereits Pläne, die eine Umgestaltung – Verengung – der Verkehrsschneise vorsehen. Dies sei durch den geplanten Umbau des Hansa-Hauses möglich. Zudem müsse die Martinskirche besser zur Geltung kommen. „Sie ist von der Kurt-Schumacher-Straße nicht inszeniert. Man nimmt sie gar nicht wahr.“ (Bastian Ludwig)

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