Konjunkturumfrage: Nach Umsatzverlusten durch Kälte kehrt wieder Optimismus ein

Winter setzte dem Handwerk zu

Heinrich Gringel

Kassel. Der lange Winter hat vielen Handwerksbetrieben in Nord-, Ost- und Mittelhessen zugesetzt: Laut der jüngsten Konjunkturumfrage war das 1. Jahresquartal von Umsatz- und Auftragsverlusten geprägt.

Vor allem im Bauhauptgewerbe habe sich dies bemerkbar gemacht sowie im Kraftfahrzeughandwerk, wo deutlich weniger Neu- und Gebrauchtwagen abgesetzt worden seien, heißt es bei der Handwerkskammer Kassel.

Kammerpräsident Heinrich Gringel sieht aber keine Anzeichen, dass sich die Konjunktur nachhaltig verschlechtert: Schon für das kommende Quartal würden die Betriebe wieder deutlich vollere Auftragsbücher erwarten. Zudem sei trotz des harten Winters der saisonübliche Personalabbau ausgeblieben: 79 Prozent der Betriebe hätten angegeben, ihre Mitarbeiterzahl gehalten zu haben. Bei weiteren acht Prozent seien gar zusätzliche Leute eingestellt worden.

Die Handwerkskammer Kassel (HWK) vertritt über 16 000 Betriebe, von denen rund 800 alle drei Monate stichprobenartig befragt werden. 51 Prozent von ihnen berichteten, dass ihre Umsätze gegenüber dem Vorquartal gleich geblieben oder gestiegen seien – vor einem Jahr war dies noch bei 60 Prozent der Fall gewesen. Auch die aktuelle Geschäftslage wurde etwas schlechter eingeschätzt als vor zwölf Monaten.

Die Erwartungen für die nächste Zeit sind nach Angaben der HWK wieder deutlich nach oben gerichtet: Knapp 85 Prozent der Betriebe würden für das Sommerquartal 2013 mit einer guten oder befriedigenden Geschäftslage rechnen. Dies entspreche annähernd der sehr guten Vorjahresbewertung von 86 Prozent, teilte die Kammer mit.

Unterschiedliche Zufriedenheit

In den einzelnen Handwerkssparten wird die aktuelle Lage unterschiedlich bewertet. Die größte Zufriedenheit herrsche in den Nahrungsmittelhandwerken, gefolgt vom Ausbaugewerbe und den industriellen Zulieferern, die von einem leichten Anziehen der Produktion in dieser Branche profitierten.

Schlechter als im Gesamthandwerk stellt sich die Lage bei den privaten Dienstleistern (vor allem Friseure) und bei den Gesundheitshandwerken dar. In beiden Sparten sieht es derzeit jedoch besser aus als noch im Frühjahr 2012.

Aus dem Mittelwert aller Einschätzungen zur aktuellen Betriebssituation und der Zukunftserwartungen errechnet die Handwerkskammer einen Geschäftsklima-Index, wobei der Basiswert 100 den Durchschnitt des Jahres 2000 darstellt. Aktuell liegt der Index bei 113,1 Punkten. Das entspricht dem Niveau des vorigen Quartals, bedeutet aber einen Rückgang um 3,7 Punkte im Vergleich zum Frühjahr 2012. Archivfoto: privat/nh

Von Axel Schwarz

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