Zu umständlich und kostspielig: 25-Meter-Bahn im Auebad auf der Kippe

Blick ins Hallenbad: So wird es im neuen Auebad aussehen. Eigentlich sollte das 50-Meter-Becken geteilt werden können. Die Start- und Wendebrücke steht nun aber zur Diskussion. Illustration: Löweneck + Schöfer/nh

Kassel. Schlechte Nachricht für den Schulsport: Im kombinierten Hallen- und Freibad an der Fulda wird es möglicherweise doch keine 25-Meter-Bahnen geben.

Grund ist nach Darstellung des für die Bäder zuständigen KVV-Geschäftsführers Norbert Witte die für die Teilung des 50-Meter-Beckens nötige Start- und Wendebrücke, deren Verlegung sich nachteilig auf den Badbetrieb auswirke. Das letzte Wort werden aber die Stadtverordneten haben.

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Laut Witte dauert es eine halbe Stunde, bis die zwei Meter breite Brücke in Position geschoben ist und eine weitere halbe Stunde, um sie wieder in die Ausgangsposition zu bringen. Damit ginge eine Stunde verloren, während der sich niemand im Schwimmbecken des Hallenbades aufhalten dürfe. Das Becken müsse bei Wettkämpfen auch jedes Mal neu vermessen werden, und es würden entsprechend viele Leinen für die unterschiedlich langen Bahnen gebraucht. Außerdem müsse das Becken wegen der Brücke 52 Meter lang sein. Die einzige Brücke dieser Art in Deutschland gebe es nur in Berlin. Dort werde sie aber wegen ihrer Unhandlichkeit nicht genutzt. Lediglich im Olympiazentrum der niederländischen Stadt Eindhoven komme eine solche Brücke bei Kurzbahnmeisterschaften zum Einsatz.

Norbert Witte

Die Kosten für die zahnradbetriebene Start- und Wendebrücke sind mit 250.000 Euro veranschlagt. Sie war auf Wunsch der Schulen eingeplant worden. Diese hatten argumentiert, sie könnten die Schüler auf der 25-Meter-Strecke besser beaufsichtigen. Nun soll geklärt werden, ob die Schulen darauf verzichten können. „Mir wäre es unangenehm, so eine Investition zu tätigen, wenn das Ding hinterher nicht genutzt wird“, sagte Witte. In Deutschland gebe es 40 bis 50 Hallenbäder mit 50-Meter-Bahnen, in denen auch Schulsport stattfinde. Die Steuerungsgruppe Bäder, der Vertreter der Stadtverordnetenfraktionen angehören, war bereits am Vorabend informiert worden.

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Im Vorfeld habe sich keiner ernsthaft Gedanken über die Brücke gemacht, sagte Axel Selbert (Kasseler Linke) auf Anfrage. Die Kasseler Linke steht dem 30,5 Millionen Euro teuren Neubau am Auedamm kritisch gegenüber. Dass man nur aus finanziellen Gründen auf die Brücke verzichten wolle, sei unwahrscheinlich, auch wenn die Stadt dankbar für jeden eingesparten Euro sei. „Das sind durchaus sachliche Erwägungen“, sagte Selbert. Die Brücke sei zu unflexibel. Vielleicht finde sich eine andere Lösung.

Als „ganz vernünftige Entscheidung“ wertet Selbert die Pläne, den denkmalgeschützten Sprungturm des Auebads zwar zu sanieren, aber nicht auf Wettkampfmaße zu bringen. Laut Witte fehlen dem Sprungturm auf allen Ebenen durchgängig 20 Zentimeter - vom Einer bis zum Zehner. Ihn wettkampftauglich zu machen, koste 150.000 bis 200.000 Euro, die einfache Sanierung ein Zehntel dessen.

Die Attraktion des neuen Auebads soll eine 120 Meter lange, geschlossene Wasserrutsche werden, auf der man nebeneinander sitzen kann.

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