Umweltministerium hält K+S unter Beobachtung

Derzeit ist das Trinkwasser in Osthessen nicht durch Salzlauge gefährdet, sagte das Umweltministerium. Doch eine dauerhafte Entsorgungserlaubnis für den Kali-Riesen K+S ist ungewiss.

Hessens Umwelt-Staatssekretärin Beatrix Tappeser (Grüne) schließt einen Widerruf der Erlaubnis zur Entsorgung von Salzabwässern des Kali-Konzerns K+S nicht aus. Dabei geht es um die Verpressung von Millionen Kubikmetern Lauge in den Untergrund. Das Regierungspräsidium Kassel werde in wenigen Wochen entscheiden, ob die von 2011 bis Ende 2015 geltende Erlaubnis aufgehoben wird, sagte Tappeser am Mittwoch in Wiesbaden.

K+S habe eine Bedingung der Erlaubnis nicht erfüllt, nämlich ein dreidimensionales Modell des Untergrunds von Osthessen zu erstellen. Das Modell soll zeigen, wo sich die Lauge unterirdisch sammelt oder ausbreitet. Deshalb seien zusätzliche Gutachten der Umweltlandesämter von Hessen und Thüringen und eines Ingenieurbüros angefordert worden. Brisant ist das Gutachten des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie (HLUG) vom Juli 2014, das eine Gefahr für Trink- und Heilwasserbrunnen durch die Lauge nicht ausschließt.

Kein Experte sehe aber eine akute Gefährdung des Trinkwassers, sagte Tappeser. Nachmessungen seien für einen Brunnen mit erhöhter Salzkonzentration in Eitra (Kreis Hersfeld-Rotenburg) angeordnet worden. Das HLUG sei ein "wichtiger und wesentlicher Gutachter", sagte sie. Entscheiden werde das Regierungspräsidium aber anhand aller drei Expertisen. Ein Widerruf würde für K+S wohl bedeuten, dass die Salz- und Düngemittelproduktion gedrosselt werden muss.

Der Konzern müsse auch für eine mögliche Verlängerung der Versenkerlaubnis bis 2021 nachweisen, dass Trink- und Grundwasser nicht gefährdet werden, sagte die Staatssekretärin. Die Verlängerung ist zentraler Teil eines Vier-Phasen-Plans, mit dem Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) das Entsorgungsproblem der Kali-Industrie über die kommenden Jahrzehnte lösen will. (lhe)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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