100.000 Euro Schaden - Ermittlungen laufen

Zerstörungstour durch Kassel: Tram beschossen und 12 Haltestellen demoliert

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Scherbenmeer: Wie hier am Katzensprung wurden in der Nacht acht Tramhaltestellen von Unbekannten demoliert.

Kassel/Vellmar. Eine Spur der Zerstörung haben in der Nacht zu Sonntag Unbekannte an mindestens zwölf KVG-Haltestellen in Kassel und Vellmar hinterlassen. Sie warfen die Glasscheiben der Wartehäuschen ein. Zudem wurde kurz nach Mitternacht auf der Holländischen Straße in Höhe der Jet-Tankstelle eine Tram beschossen, vermutlich mit einer Zwille.

Als Geschoss diente laut Polizei offenbar eine Stahlkugel oder eine Schraubenmutter. In einer Seitenscheibe der Tram entstand ein Loch, verletzt wurde aber niemand.

Aktuelles zum Stand der Ermittlungen ab Montagmittag hier. 

In der Bahn saßen laut KVG aber noch einige Fahrgäste. „Man kann nur von Glück sagen, dass nichts Schlimmeres passiert ist“, sagte KVG-Sprecherin Heidi Hamdad. Nach ersten Ermittlungen geht die Polizei davon aus, dass bei der Attacke auf die Tram keine Schusswaffe im Spiel war, sondern eine Zwille.

Der Wagen wird nach Angaben der KVG am Montag gereinigt, vielleicht finde man dann noch das Geschoss, das die Scheibe durchschlagen hat.

Nach Angaben der KVG enstand Schaden in Höhe von mindestens 100 000 Euro. Die Polizei fahndet nach den Tätern und bittet um Zeugen-Hinweise (Tel. 0561/9100). Die Ermittler gehen davon aus, dass alle Fälle auf das Konto derselben Täter gehen.

Begonnen hatte die Zerstörungstour der Täter, die sich von 22.45 Uhr bis kurz nach Mitternacht hinzog, laut Polizei vermutlich im Bereich Frankfurter Straße. Folgende Haltestellen wurden in der Nacht demoliert:

• Bahnhof Niederzwehren

• Dez

• Messehallen

• Auebad

• Katzensprung

• Berlepschstraße

• Murhardstraße

• Graf-Bernadotte-Straße

• Breitscheidstraße

• Frasenweg

• Paul-Gerhardt-Kirche

• Osterberg (Vellmar).

Die Mitarbeiter der KVG kamen am Sonntag kaum hinterher, alle Schäden zu sichten und die Scherben zu beseitigen. Die zerstörten Haltestellen wurden zunächst provisorisch gesichert. Möglicherweise seien auch jetzt noch nicht alle Schäden entdeckt, sagte KVG-Sprecherin Heidi Hamdad.

„Eine derartige Zerstörungswut haben wir noch nicht erlebt.“ Möglicherweise habe man gar nicht genügend Ersatzteile auf Lager, um alle Scheiben sofort zu reparieren. Die genaue Route der Täter sei noch nicht bekannt, sagte Polizeisprecher Israel.

Angesichts der großen Distanzen liege die Vermutung nahe, dass die Täter mit dem Auto unterwegs waren. Vielleicht beschossen sie auch die Haltestellen im Vorbeifahren. Die Ermittler hoffen auf Hinweise von Zeugen. (rud)

Hinweise an die Polizei: 0561/91 00.

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