Kommissariat für Staatsschutz hat Ermittlungen aufgenommen

Unbekannte verbrannten Kranz - rechtsextreme Tat?

Kränze wurden zerstört: Polizeipräsident Eckhard Sauer (von links), Hauptmann Heinrich Büchsenschütz und Oberst a. D. Jürgen Damm hatten den Blumenschmuck anlässlich des Volkstrauertages auf dem Friedhof in Wehlheiden niedergelegt. Archivfoto: Herzog

Kassel. Unbekannte haben die beiden Kränze, die Polizeipräsident Eckhard Sauer, Hauptmann Heinrich Büchsenschütz und Oberst a. D. Jürgen Damm anlässlich des Volkstrauertages am Ehrenmal auf dem Wehlheider Friedhof niedergelegt haben, verbrannt beziehungsweise gestohlen.

Wie erst jetzt bekannt wurde, verschwanden die Kränze am Montag, 19. November. Ein niedergebrannter Kranz sei in 30 Meter Entfernung entdeckt worden. Die Polizei ermittelt nun wegen Sachbeschädigung.

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Es sei zudem nicht auszuschließen, dass die Zerstörung der Kränze einen rechtsextremen Hintergrund hat. Zeitgleich seien am Ehrenmal in der Karlsaue und auf dem Gräberfeld der Bombenopfer auf dem Hauptfriedhof Gestecke abgelegt worden, an denen eine Schleife mit dem Spruch „Ewig lebt der Toten Tatenruhm“ hing. Auf einer anderen Schleife habe „Freie Kräfte Kassel“ gestanden, sagt Jungnitsch.

Nach Ermittlungen des Kommissariats für Staatsschutz gebe es solch eine Gruppierung in Kassel nicht. Der Spruch lasse aber auf rechtsextremes Gedankengut schließen. Die NPD in Nordrhein-Westfalen hat zum Beispiel mit demselben Spruch ihre Aktivitäten zum Volkstrauertag überschrieben. Die Ermittlungen des Kommissariats dauerten an.

Jürgen Damm, stellvertretender Landesvorsitzender des Volksbunds Deutscher Kriegsgräberfürsorge, hat nach den Vorfällen den Polizeipräsidenten kontaktiert. Zudem hat er Strafanzeige gegen unbekannt erstattet. Laut Jürgen Rehs, Chef der Kasseler Friedhofsverwaltung, sind keine weiteren Fälle von zerstörten Kränzen an Ehrenmalen bekannt. Aber bereits im vergangenen Jahr sei der Kranz, den der Polizeipräsident in Wehlheiden niedergelegt habe, auf dem Friedhof verschleppt worden.

Sauer hatte anlässlich des Volkstrauertages gesagt, dass er nicht nur der gefallenen und verstorbenen Polizeibediensteten gedenken wolle, sondern aller Opfer der beiden Weltkriege und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. „Die Erinnerung an den Tod von Millionen unschuldiger Menschen mahnt jeden Einzelnen von uns, überall und zu jeder Zeit aktiv für unsere freiheitliche Demokratie einzutreten und sie entschlossen zu verteidigen.“

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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